Nahwärmenetz in Frankenau

Gemeinsames Heizwerk für 72 Gebäude

Die Nahwärmeleitung soll sich durch den Frankenauer Stadtkern ziehen – neu hinzugekommen ist die Brückenrainstraße, wo sich mehrere Interessenten gemeldet haben. Dafür sind Straßenzüge weggefallen, in denen zu wenig Wärme abgenommen würde.

Frankenau - Das Frankenauer Nahwärmenetz steht: 59 Privathaushalte und 13 öffentliche Gebäude sollen an die 2,2 Kilometer lange Leitung angeschlossen werden. Einige Straßenzüge wurden aus der Planung herausgenommen: Dort rechnet sich das Nahwärmenetz nicht.

Für die einen heißt es jetzt mitgestalten, für die anderen kam am Montagabend die Ernüchterung: Bürgermeister Björn Brede und Georg Stegemann von der Firma Viessmann stellten das geplante Nahwärmenetz für den Stadtkern vor (siehe Kasten). „Es muss sich rechnen“, sagte der Rathauschef vorab. Nicht jedes Haus könne angeschlossen werden, da die Wärmedichte in der geplanten Leitung nicht unter 950 Kilowattstunden pro Trassenmeter absinken dürfe.

Gegenüber den Ende Januar veröffentlichen Plänen sind einige Straßenzüge herausgefallen, darunter ein Teil der Friedrichsstraße, der Ehlingshäuser Straße und der Mengershäuser Straße.

Neu hinzugekommen ist die Brückenrainstraße, wo viele Privathaushalte mit hohem Wärmebedarf ans Netz wollen. Nach der Infoveranstaltung haben sich weitere 70 Interessenten gemeldet. Doch nicht alle Häuser liegen passend: „Wir haben gerechnet wie die Großen, viele haben mir leid getan“, sagte Brede. Er zeigte sich aber optimistisch, dass künftig für kleinere Stadtgebiete „Clusterlösungen“ mit kleineren selbständigen Netzen möglich sind. Von den mehr als 60 Besuchern der Informationsveranstaltung im Hessischen Hof verließen einige nach Veröffentlichung der Netzkarte enttäuscht den Saal.

Die aktuelle Machbarkeitsstudie sei von der unabhängigen Prüfstelle Hessen-Energie durchgecheckt worden. Sie kommt zu einem Wärme-Abnahmepreis von 10,8 Cent pro Kilowattstunde. Björn Brede brachte während der Versammlung eine jährliche Grundgebühr pro Haushalt ins Gespräch, die den Einzel-Abnahmepreis verringern würde.

Alle Details zur Ausgestaltung der im Januar gegründeten Genossenschaft, zu technischen Fragen zu den Hausanschlüssen oder zum Management und zur Betriebsführung der Heizzentrale sollen von Arbeitsgruppen bestimmt werden. Die Moderation und Begleitung übernimmt Tanja Müller vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis.

Fast 30 Männer und Frauen engagieren sich in den Arbeitsgruppen. Wilfried Krämer leitet die Arbeitsgruppe „Satzung“, die die Regeln und Gremien der Frankenauer Energiegenossenschaft erarbeitet. Manfred Meier ist Sprecher der Arbeitsgruppe „Technik“, die sich um die Wärmeleitung und die Hausanschlüsse kümmert. Die Arbeitsgruppe „Management“ ist für die Betriebsführung der Heizzentrale und den Abschluss von Lieferverträgen mit den Abnehmern zuständig. Sprecher ist Hilmar Werner. Eine vierte Arbeitsgruppe soll sich um den Informationsfluss zum Bürger kümmern. Weitere Interessenten können sich einbringen. Bis Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen. Bürgermeister Brede rechnet mit einem Baubeginn Ende 2014 oder Anfang 2015.

von Frank Seumer

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