Heimatverein Allendorf/Hardtberg feiert Fertigstellung der Feldscheune mit Kartoffelfest und Vortrag

Gemeinschaftsprojekt für die Zukunft

Zwölf Wochen lang haben rund 40 Allendorfer tatkräftig angepackt und mehr als 24 000 Euro verbaut. Am Samstagabend feierten sie mit Ehrengästen die Fertigstellung der Feldscheune; rechts im Bild der Vorsitzende des Heimatvereins, Dirk Michel. Fotos: Raatz

Frankenau-Allendorf - Knapp ein Jahr hat der Heimatverein benötigt, um eine Idee in die Tat umzusetzen. Möglich wurde der Bau der Feldscheune durch das große Engagement aller Allendorfer: die tatkräftig mit anpackten, Geld spendeten oder die Helfer mit Essen und Getränken unterstützten und damit ihren Teil zur Gemeinschaftsleistung besteuerten.

Wohin mit der alten Dreschmaschine oder dem Erntewagen? Mit dieser Frage begann vor etwas mehr als einem Jahr ein außergewöhnliches Projekt in Allendorf/Hardtberg, für dessen Realisierung die Dorfgemeinschaft am Samstagabend bei der feierlichen Eröffnung der Feldscheune viel Lob einheimsten. Ortsvorsteher Dirk Michel, zugleich Vorsitzender des Heimatvereins, skizzierte die Meilensteine des Projektes und machte deutlich, dass die Allendorfer Stolz sind auf das, was sie erreicht haben. „Wir sind ein starkes Team.“ Denn nicht zum ersten Mal legten sie eine besondere Gemeinschaftsleistung an den Tag.

Nach der Renovierung des Backhauses und des Dorfmuseums ist die Feldscheune bereits das dritte Bauwerk, in dem sie die Vergangenheit auch für die Zukunft bewahren wollen. Die Dorfgeschichte pflegen, den Wandel der Zeit darstellen, an die Arbeit in der Landwirtschaft vor Jahrzehnten erinnern, „das wollen wir gemeinsam tun, Jung und Alt“, sagte Michel am Samstagabend und fand in Bürgermeister Björn Brede einen Verfechter dieser Philosophie. „Für viele Kinder sind Kühe lila, und die wenigsten wissen, wie Kartoffeln ausgemacht werden“, sagte er. Weil die Geschichte des Dorfes so gut nachzuvollziehen sei, „kann man den Allendorfern zu ihren Leistungen nur gratulieren“. Als Bürgermeister sei er Stolz darauf, „so eine lebendige Dorfgemeinschaft zu haben“.

Erlös der Schlepperausfahrt

Die förderfähigen Kosten der Feldscheune belaufen sich auf rund 24000 Euro. Aus dem europäischen Leader-Programm haben die Allendorfer etwas mehr als 12000 Euro Förderung erhalten, 5000 Euro haben sie an Spenden eingetrieben, den Rest vom Vereinskonto bezahlt: vor allem aus den Einnahmen der großen Traktorausfahrt mit Verlosung eines alten Schleppers. „Dabei hatten wir richtig Glück und haben das große Los gezogen“, erinnerte Michel an die unglaubliche Resonanz der Bevölkerung. Insgesamt 37 Helfer, davon sieben ehrenamtliche Bauleiter, wie der Vorsitzende scherzhaft sagte, hatten dann in zwölf Wochen ein Gebäude für die Zukunft entstanden lassen.

Doch nicht nur das gemeinsame Arbeiten an der Scheune habe großen Spaß gemacht. Auch die Geselligkeit sei nicht zu kurz gekommen. Und deshalb soll in der Feldscheune außer den historischen Landmaschinen auch die Milchbank unterkommen, „um hier oben weiter die Gemeinschaft zu pflegen“.

Gemeindepfarrer Heinrich Giugno wünschte Gottes reichen Segen, SPD-Landtagsabgeordneter Reinhard Kahl lobte die handwerkliche Qualität, die der Feldscheune anzusehen sei. „Was hier entstanden ist, ist eine großartige Sache.“ Im Namen des Schützenvereins überreichte Elvira Heinrichs einen „Pisspott“ mit etwas Geld drin, der im Dorfmuseum unter einem Bett ein Plätzchen finden soll. Die Scheune sei ein idealer Ort, um darin künftig schöne Feiern zu organisieren.

Dem Festakt schloss sich ein Vortrag „Allendorf im Wandel der Zeit an“, den Hans-Helmut Michel hielt. Ausgestellt waren in der mit Sonnenblumen und alten Landmaschinen dekorierten Feldscheune auch historische Fotos von Allendorf.

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