In Gemünden wachsen derzeit Senfpflanzen um die Wette

+
Hat genau im Blick, wie hoch seine Senfpflanze ist: Im Garten von Heinz Pletsch haben dessen Frau und Enkelkind vor einigen Wochen mehrere Senfkörner gepflanzt.

Gemünden. Heinz Pletsch nimmt den Zollstock in die Hand, den ihm Gemündens Pfarrer Hermann Noll gegeben hat. Pletsch geht hinüber zu einem Beet in seinem Garten. Hier haben er und seine Frau Gisela Kräuter und Gewürze angepflanzt.

Basilikum ist zu sehen, Petersilie auch und sogar Vanille. Den Zollstock benötigt er aber für eine andere Pflanze. „Die ist schon ganz schön gewachsen. Unser Enkel Robin, der konfirmiert wurde, hat mehrere Senfkörner mit meiner Frau eingepflanzt“, sagt Heinz Pletsch und legt das Messinstrument an die alles überragende Senfpflanze an. „Sie ist mit 1,65 Zentimetern derzeit die größte, aber sie wächst weiter.“

Heinz Pletschs Garten ist nicht der einzige in Gemünden und Schiffelbach, in dem aktuell Senfpflanzen wachsen. „Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen mitmachen. Doch es sind einige. Ich nehme mir die Zeit und besuche sie, um zu sehen, wie hoch und schön ihre Senfpflanzen sind“, sagt Hermann Noll, der an diesem Tag auch Heinz Pletsch einen Besuch abstattet.

Der Pfarrer hat den Anstoß gegeben für eine Aktion, an der sich derzeit mehrere Gemündener beteiligen. Nach den Konfirmationsgottesdiensten im April hatte Noll kleine Säckchen mit Senfkörnern verteilt. Er tat das nicht einfach so, sondern verwies auf eine Bibelstelle im Lukas-Evangelium. „Ich habe den Konfirmanden und den Gemeindemitgliedern gesagt, dass man nicht sofort einen großen Glauben haben muss. Dieser kann mit der Zeit wachsen, genauso wie eine Senfpflanze.

Wichtig ist vor allem, dass man einen Glauben an einen großen Gott hat“, sagt der Pfarrer und ergänzt: „Eine Senfpflanze steht zudem auch mal im Sturm und kippt um. Es gibt also auch Momente, in denen der Glaube schwächer ausgeprägt ist, weil man mit dem Leben oder Gott hadert. Aber entscheidend ist: Wir wissen, dass aus jedem Senfkorn wieder eine neue Pflanze entstehen kann. Und so ist es auch mit dem Glauben.“

Von Philipp Daum

Mehr lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare