Gemünden und Wohratal prüfen, ob eine Zusammenarbeit im Finanzwesen sinnvoll ist

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Vor dem dicken Tresor, in dem sich die Gemündener Stadtkasse befindet: Die beiden Bürgermeister Peter Hartmann (links) aus Wohratal und Frank Gleim aus Gemünden planen, im Finanz- und Kassenwesen zusammen zu arbeiten. Foto: Daum

Gemünden. Die Stadt Gemünden und die Gemeinde Wohratal wollen ausloten, ob es Sinn macht, in Zukunft im Bereich des Finanz- und Kassenwesens zusammenzuarbeiten. Das gaben die zwei Bürgermeister Frank Gleim (Gemünden) und Peter Hartmann (Wohratal) bekannt.

Der Beschluss, eine solche Prüfung zu machen, wurde bereits im Gemündener Magistrat sowie im Wohrataler Gemeindevorstand vor einiger Zeit von den jeweiligen Mitgliedern einstimmig beschlossen.

In den nächsten Monaten soll untersucht werden, ob im Zuge einer Zusammenarbeit Synergieeffekte erzielt werden können und die beiden Kommunen davon profitieren. Für den Fall, dass am Ende ein Effizienzgewinn von mindestens 15 Prozent zu Buche steht, winken Fördermittel des Landes in Höhe von 50 000 Euro.

Hintergrund der geplanten Zusammenarbeit ist unter anderem die Tatsache, dass die Gemeinde Wohratal momentan dabei ist, beim Finanz- und Kassenwesen auf ein EDV-System umzustellen, mit dem die Stadt Gemünden bereits arbeitet.

Laut der beiden Rathaus-Chefs könne man sich gut vorstellen, in Zukunft bei der Aufstellung der Haushaltspläne, bei den jeweiligen Eröffnungsbilanzen und bei dem klassischen Buchungsverkehr der Verwaltung sowie im Bereich der Stadtkasse eng miteinander zu kooperieren. Das spare zum einen Geld. „Eine konzentrierte Zusammenarbeit hilft aber auch dabei, Lücken zu schließen, die bisher immer mal wieder aufgetreten sind“, sagt Frank Gleim und macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass bei einer eventuellen Zusammenlegung keine Arbeitsplätze verloren gingen. „In der Vergangenheit war es so, dass im Falle von Krankheit oder Urlaub Dinge nicht abgearbeitet werden konnten, weil sich eben nur ein Mitarbeiter damit auskannte, der aus den genannten Gründen eben nicht im Dienst war. Bei einer Zusammenlegung wird fachliches Know-how gebündelt, so dass bei Engpässen Ersatz vorhanden ist, um die Aufgaben für die Bürger innerhalb der Verwaltung zu erledigen.“

Das sieht auch Bürgermeister-Kollege Peter Hartmann so: „Es werden keine Arbeitsplätze weg rationalisiert“, betont er. Die Mitarbeiter würden in dem Prozess mitgenommen und auf mögliche neue Aufgabenfelder vorbereitet. In welcher der beiden Kommunen bei einer möglichen Zusammenarbeit die Aufgaben im Finanz- und Kassenwesen erledigt werden, ließen die Bürgermeister noch offen. „Wir stehen erst am Anfang des Prüfverfahrens“, so Gleim.

Peter Hartmann wies darauf hin, dass die Gemeinden Steffenberg und Angelburg im Kreis Marburg-Biedenkopf eine ähnliche Kooperation eingegangen seien. „Wir werden uns das Beispiel in der Prüfungsphase nun genau anschauen, um Erkenntnisse für unser Vorhaben zu erhalten“, sagt der Bürgermeister aus Wohratal.

Er hofft wie Gleim darauf, dass das Prüfverfahren vielleicht schon bis Ende dieses Jahres abgeschlossen ist und man bei einem positiven Ergebnis möglicherweise schon nächstes Jahr mit der Zusammenarbeit beginnen kann.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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