Vectura schließt Standort

Aus für Gemündener Technologieunternehmen

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Technologie einverleibt, Unternehmen ausverkauft: Ein Jahr nach dem Kauf von Activaero durch das britische Unternehmen Vectura verkündet dieses das Aus für den Gemündener Standort: Im März 2016 sollen die Pforten am Rande der Wohrastadt schließen.

Gemünden - Es war ein Gemündener Vorzeigeunternehmen, ein Hightech-Standort auf dem Lande: der von Gerhard Scheuch im Jahre 1998 gegründete Inhalator-Spezialist Activaero. Jetzt ist das Aus besiegelt.

Seit dem März 2013 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Vectura - die britische Firma hatte Activaero mit seinen Standorten in Gemünden und Gauting aufgekauft. Offenbar um das Wissen aus Deutschland abzuschöpfen: Wie die britische Gruppe in einer englischsprachigen Pressemitteilung erklärte, soll der Gemündener Standort im März 2016 geschlossen werden.

„Die Entscheidung, unsere Betriebsstätte in Gemünden zu schließen, war eine strategische - und sie war nötig“, gab Chris Blackwell, Geschäftsführer von Vectura, in der Pressemitteilung bekannt. Das Aus für den Standort soll helfen, die Kosten-Effizienz im Konzern zu steigern: Die bisher in Gemünden liegenden Aufgaben sollen auf die Standorte in Gauting bei München sowie Chippenham und Cambridge im Vereinigten Königreich verlagert werden - ebenso wie an externe Firmen.

Vectura hatte das Gemündener Medizintechnologie-Unternehmen im vergangenen Jahr für umgerechnet rund 130 Millionen Euro erstanden. Damals war von großen Hoffnungen auf beiden Seiten die Rede. Activaero könne ein deutlich erweitertes Angebot an Lösungen und Leistungen im Bereich der aerosolbasierten Behandlung von schweren Lungenerkrankungen bieten, hatte sich Scheuch damals mit Blick in die Zukunft gefreut. Vectura als Pulver-Spezialist und Activaero als Experte für Inhalationstechnologie auf Basis von Vernebelungen würden sich gut ergänzen.

Jetzt hat das britische Unternehmen offenbar das technische Wissen und die Geschäftskontakte aus seiner deutschen Niederlassung endgültig in die Konzernstruktur aufgenommen. Blackwell drückte den Mitarbeitern in Gemünden seinen Dank aus, ohne Angaben über ihre berufliche Zukunft zu machen. Vor einem Jahr hieß es, Arbeitsplätze seien von dem Kauf nicht bedroht. Der Forschungs- und Produktionsstandort in Gauting soll auch über den März 2016 hinaus erhalten bleiben. (gl/r)

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