Geplanter Schweinemast-Stall: Kreisbauernverband nimmt Stellung

Frankenberg. Man rede augenscheinlich lieber übereinander als miteinander: Mit diesen Worten kritisierte Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg, die Bürgerinitiative gegen die von einem heimischen Landwirt geplante Schweinemastanlage bei Rodenbach.

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„Wir haben mehrfach angeboten, in größerer Runde zu informieren, eine Info-Veranstaltung zu organisieren oder einen vergleichbaren Stall zu besichtigen“, sagt Eckel. „Dieses Angebot wurde nicht angenommen. Grundsätzlich wolle er zu einigen Aussagen der Gegner Stellung nehmen, ergänzt er. Seine Punkte im Überblick:

• Geruch: „Das erste Haus in Frankenberg befindet sich 520 Meter vom geplanten Schweinemaststall entfernt, die nach Immisionsschutzrecht vorgeschriebene Entfernung beträgt 270 Meter von der bebauten Ortslage,“ schreibt Eckel. Die Frankenberger Wohnbebauung befinde sich in süd-östlicher Richtung, also außerhalb der Hauptwindrichtung. Der Stall sei mit einer Unterdrucklüftung ausgestattet, welche im Sommer den Tieren kühle Luft zuführt. Im Winter laufe die Lüftung weniger stark. Der Güllebehälter rieche nur zweimal im Jahr beim Aufrühren der Gülle zum Ausbringen.

• Lärm: Einziger Lärm, der von außen zu hören wäre, sei das Brummen der Lüfter – vergleichbar mit einem Auto im Standgas. „Bei der Fütterung quieken die Tiere nicht, da sie ständig satt zu Fressen haben und somit nie hungrig sind.“ Die Verladung der schlachtreifen Tiere erfolge ruhig und schonend: Unter Stress leide die Fleischqualität. Trotzdem könne es natürlich sein, dass einzelne Tiere beim Verladen quieken.

• Medikamente: In einem Stall mit 1200 Tieren ist immer eines krank, genauso wie in einem Dorf mit 1200 Einwohnern. Natürlich werde kranken Tieren geholfen. Sie würden von ihrer Gruppe getrennt und in ein Krankenabteil verbracht. „Hier werden sie medikamentös behandelt. Der Einsatz von Arznei erfolgt durch den Tierarzt und muss dokumentiert werden.“

• Massentierhaltung: „Tierschutz ist keine Frage der Bestandsgröße. Für das Schwein ist es völlig unerheblich, ob es mit hundert oder tausend Artgenossen unter einem Dach gehalten wird.“ Entscheidend sei, dass es sich wohl fühle, „denn nur Tiere, die sich wohl fühlen, bringen hohe Leistungen“. (nh/mam)

Quelle: HNA

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