Geldbörse gestohlen: Gericht gewährt letzte Chance

Frankenberger Land. Mit einem blauen Auge ist eine vielfach vorbestrafte 42-jährige Frau aus dem Ruhrgebiet davongekommen, die zusammen mit zwei Männern in der Frankenberger Fußgängerzone einem alten Mann die Geldbörse gestohlen hat

Anders als das Amtsgericht gab ihr das Marburger Landgericht noch einmal Bewährung.

Im Gegensatz zur ersten Instanz gab die Angeklagte die Tat zu. Laut dortigem Urteil hat sie am 7. Mai vergangenen Jahres den damals 87-Jährigen vor einer Metzgerei angerempelt, nachdem ein Komplize zuvor zu Ablenkungszwecken vor dem Senior den Laden betreten hat. Sie habe sich entschuldigt, währenddessen habe sie oder der andere Mann die Geldbörse aus der offenen Anoraktasche genommen.

Wie der heute 88-Jährige als Zeuge berichtete, habe er zuvor gegenüber Obst gekauft, dabei sei er wohl schon beobachtet worden. Den Verlust habe er bemerkt, als er in der Metzgerei bezahlen wollte. Eine Verkäuferin habe dann die Polizei gerufen, die ihm wenig später sein Eigentum zurückgegeben hatte.

Wie ein Beamter ausführte, habe man das Trio kurz nach der Tat gestellt. Das Geld habe der eine Täter in der Hosentasche gehabt, Ausweise und Karten in seiner Unterhose versteckt. Die Börse selbst habe im Fahrzeug gelegen.

Weil sich die Berufung der Verteidigung nur auf das Strafmaß beschränkte, ging es lediglich darum, ob die zehnmonatige Haftstrafe noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Staatsanwalt Oliver Rust schloss dies aus. Mindestens 18 Vorverurteilungen gebe es, die meisten einschlägig wegen Diebstahls. Geldstrafen hätten die Frau nie abgehalten, weitere Straftaten zu begehen.

Das Gericht glaube, der Frau eine letzte Chance geben zu können, sagte Richter Lange. Als Bewährungsauflage muss die Frau 600 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. (kse)

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Quelle: HNA

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