Gerichtsprozess: Versuchte räuberische Erpressung endet mit Freispruch

Frankenberger Land. Mit einem Freispruch „mangels Beweisen“ ist ein Prozess vor dem Marburger Amtsgericht gegen einen 26-Jährigen aus dem Frankenberger Land zu Ende gegangen.

Dem Gericht reichte die Aussage des Hauptbelastungszeugen nicht aus, um den Mann wegen versuchter räuberischer Erpressung zu verurteilen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, am 31. Januar vergangenen Jahres einen 18-Jährigen angerufen und von ihm 400 Euro gefordert zu haben. Sollte der junge Mann nicht zahlen, werde er ihm die Zähne einschlagen und ihn in einen Keller sperren, soll der 26-Jährige gedroht haben.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Er habe den 18-Jährigen zwar angerufen, aber nur um ihn zu ermahnen, 400 Euro Schulden bei einem Freund zu begleichen. Dieser sei wegen der mangelnden Zahlungsmoral in Schwierigkeiten gekommen.

Der junge Mann habe zugesichert, dass er die Sache erledigen werde. Warum er dann zur Polizei gegangen sei, wollte Staatsanwalt Kurt Sippel wissen, worauf der Angeklagte mutmaßte, dass er auf diesem Weg sein Schuldenproblem in den Griff bekommen wollte.

Sippel verwies darauf, dass im Hintergrund der verhandelten Sache eine Vielzahl von Drogendelikten stehen könnten. Der 18-Jährige berichtete auch, der Angeklagte habe dem Freund, dem er angeblich Geld schuldete, Betäubungsmittel verkauft.

Die Verbindlichkeiten seien jedoch keine. Vielmehr habe er nur ein Geschäft vermittelt, bei dem sein Freund „abgezogen“ worden sei. Der habe nämlich 300 Euro Vorkasse bei einem Dealer geleistet und keine Ware bekommen, wofür er ihn verantwortlich mache.

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Quelle: HNA

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