Seit 80 Jahren Trachtentanz in Laisa

Geschichte beginnt mit "Webetanz"

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Der Webetanz wird seit 1933 beim Rückersfest gezeigt. Unser Bild entstand im Jahr 2006.

Battenberg-Laisa - Die Volkstänzer der Laisaer Trachtengruppe haben in diesem Jahr gleich zwei runde Geburtstage zu feiern: Ihr Verein besteht seit 40 Jahren, und seit mindestens 80 Jahren wird in Laisa organisiert Volkstanz getanzt.

Da das Dorf an Ostern schon das große Rückersfest gefeiert hat, bei dem es viele Trachten und Volkstänze zu sehen gab, wird der Vereins-Geburtstag in kleinerem Rahmen gefeiert: mit einem gemütlichen Volkstanz-Abend am Samstag, 29. Juni, „open air“ am Dorfgemeinschaftshaus und einem Frühschoppen am nächsten Tag. Bei Regen wird ein Zelt aufgestellt.

Die Anfänge des Trachtentanzes in Laisa liegen in den 1930er-Jahren. Die Burschenschaft erlernte unter der Leitung von Lehrer Hies den Webetanz, der 1933 auf dem Laisaer Rückersfest aufgeführt wurde. Seither wird er alle sieben Jahre anlässlich des Rückersfestes von der Dorfjugend getanzt.

Nachdem die Unternehmungen der Volkstänzer während des Zweiten Weltkrieges geruht hatten, nahmen sie die Arbeit unter der musikalischen Leitung von Heinrich Belz, Helmut Halbey, beide aus Laisa, und des Battenbergers Adolf Hof wieder auf. Ab 1960 häufte sich die Zahl der Auftritte der Trachtengruppe, die damals noch kein Verein war. 1965 nahm sie erstmals am Hessentag in Darmstadt teil. Die Übungsstunden wurden intensiver und neue Tänze wurden unter der Leitung von Tanzleiter Kannenberg aus Geismar einstudiert. Am 1. Januar 1973 gründeten zwölf Jungen und zehn Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren die heutige Trachtengruppe Laisa.

Die Gruppe erhielt eine eigene Satzung, wählte Vorstand und Tanzleiter und traf sich fortan einmal wöchentlich zur Übungsstunde im Dorfgemeinschaftshaus. Als ältestes Mitglied wurde Rainer Biebighäuser Vorsitzender. Die Laisaer hatten Auftritte in der gesamten Region, ihr Bekanntheitsgrad stieg schnell.

Bereits im Juli 1973 traten acht weitere Jugendliche der Gruppe bei. Heute sind es etwa 150 Mitglieder, davon etwa 30 Aktive. Hauptaufgabe und Ziel der Trachtengruppe war und ist es, alte Volkstänze zu erhalten und die evangelische Marburger Tracht des Dorfes zu bewahren und zu tragen. Laisa ist aus Richtung Marburg das letzte Dorf in nördlicher Richtung, in dem diese Tracht getragen wurde. 1973 traten die Laisaer der Hessischen Vereinigung für Volkstanz- und Trachtenpflege (HVT) bei und schlossen sich 1979 der Hessischen Landjugend an.

Mit der Zeit erwuchsen Freundschaften mit Tanzgruppen in Digny (Frankreich) und Zutendaal (Belgien). Darüber hinaus ist die Gruppe regelmäßig beim Hessentag vertreten und nahm zwei Mal am Umzug des Münchener Oktoberfestes teil. Höhepunkt eines jeden Jahres ist die Teilnahme am hessischen Volkstanzturnier, das die Laisaer mehrfach gewannen, zuletzt 2008.

Als Mitglied der Kreislandjugend Frankenberg nehmen die Laisaer am Kreiserntedankfest teil. Bei ihren Showabenden zeigte die Gruppe mit einem bunten Programm aus Sketchen, Comedy und Parodien, dass ihre Talente nicht nur im Volkstanz liegen. 1998 erhielten die Laisaer den Jugendkulturpreis des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

In Laisa selbst ist die Trachtengruppe zu einem festen Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden. Während die Kinder in der Kindertanzgruppe des Heimatvereins tanzen, kommen die Jugendlichen mit der Konfirmation zur Trachtengruppe. Gemeinsam mit dem Laisaer Kartoffeldämpfer ist die Trachtengruppe mehrfach im Jahr bei stehenden Festzügen auch außerhalb des Landkreises zu sehen. Vorsitzender ist seit diesem Jahr Bastian Belz.

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