Vor 200 Gästen wurde im Gemeinschaftshaus die Schiffelbacher Chronik vorgestellt

Geschichte und Geschichten

Musikalischer Einstieg: Der Projektchor Schiffelbachs, eigens zum 750jährigen Jubiläum des Dorfes gegründet, lud mit dem Schiffelbacher Lied zu einem interessanten Abend ein.

Schiffelbach. „Dieses adelige Dorf hat keine durchgehende Straße. Es liegt eine halbe Stunde von Gemünden entfernt“, so zitierte Dr. Armin Sieburg während der Vorstellung der Chronik des Dorfes aus den Aufzeichnungen über Schiffelbach von 1780.

Hinter dem Titel der Chronik „Schiffelbach - Geschichte und Geschichten“ verbergen sich 15 Kapitel Informationen zur Geschichte und dem Leben der Bürger, versehen mit vielen historischen Dokumenten, Bildern und Schiffelbacher Geschichten. Letztere wurden von älteren Dorfbewohnern überliefert, erzählt und aufgeschrieben.

200 Gäste füllten das Dorfgemeinschaftshaus am Freitagabend, um bei der Vorstellung eines Buches über ihren Heimatort dabei zu sein. In dieser Form wurde noch nie etwas über die Geschichte des Dorfes geschrieben, das sollte sich nun ändern. Im Rahmen der Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung von Schiffelbach, dem 750sten Geburtstag mit vielen Veranstaltungen gefeiert, wird diese Lücke von den Schiffelbachern selbst geschlossen.

Zitat aus Goethes Faust

„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“, las Walter Kohl als einer der Chronisten aus der Chronik ein Zitat von Goethes Faust I vor. Hiermit sei, so sagte er, einerseits die umfassende Arbeit des Zusammentragens des Inhaltes der Chronik und andererseits die Erwartungen der Leser sehr zutreffend formuliert. „Und so ist die Chronik Darstellung, Erinnerung, Erzählung, Bewahrung und Anregung zugleich“, fuhr Kohl fort. Die Anregung sei in zweierlei Hinsicht gemeint: Zum einen das Erwähnte weiter aufzuarbeiten, zum anderen die Gegenwart festzuhalten, denn das Heute sei bekanntlich das Gestern von Morgen.

Jahrelange Recherchen

Mehrere Jahre lange hatten die Mitglieder des Chronikausschusses recherchiert, gelesen und Informationen zusammengetragen. Vom Staatsarchiv in Marburg über das Klosterarchiv in Haina Kloster, verschiedenen Kirchenbüchern bis hin zur Sichtung von alten Unterlagen auf Dachböden zog sich die Suche. Familie Schwöbel hatte sich in den geschichtlich-historischen Teil intensiv eingearbeitet und Heiko Lingelbach ist für die Häuserinschriften und das Judentum verantwortlich. Diese umfangreichen Informationen in einem Buch zusammenzufassen, sei gar nicht so einfach gewesen, unterstrich Kohl. Schließlich wurden es 544 Seiten, auf denen die vielfältigen Informationen sortiert und nach Kapiteln getrennt nachzulesen sind.

30 Abbildungen mit Karten

Mehr als 30 Abbildungen mit Karten und alten Dokumenten sowie über 200 historische und aktuelle Fotos ergänzen das Buch. Gedruckt wurde eine Auflage von 230 Exemplaren die zum Preis von 25 Euro erworben werden können.

Der Arbeitskreis Chronik aus Schiffelbach mit Anneliese Balzer, Walter Kohl, Heinz Grosch, Jens Berkenkopf, Heinrich Schmidt, Heinz Schmidt, Dr. Heide Schwöbel und Heinz-Jürgen Hammer dankte am Freitagabend allen Privatpersonen, Geschäftsleuten und Institutionen, die es erst durch ihre Spenden ermöglicht hatten, diesen günstigen Verkaufspreis zu gewähren. Das Buch kann bei Heinz Grosch oder Jens Berkenkopf selbst käuflich erworben werden.

Von Jutta Ochs

Quelle: HNA

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