Autorenteam stellt die Schiffelbacher Dorfchronik zum Jubiläumsjahr vor

Geschichte und Geschichten gesammelt

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Der Arbeitskreis Chronik des Schiffelbacher Heimat- und Kulturvereins ist stolz auf das 544 –seitige Werk, von links Heinz Schmidt, Walter Kohl, Heinz Grosch, Gastredner Armin Sieburg, Heinz-Jürgen Hammer, Jens Berkenkopf, Heinrich Schmidt und Dr. Heide Schwöbel. Fotos: Frank Seumer

Gemünden-Schiffelbach - „Von naut kemmt naut“, mit dieser Schiffelbacher Redewendung wird die Chronik des Dorfes von 1263 bis 2013 eingeleitet. Am Freitagabend wurde das 544-seitige Werk vom Arbeitskreis des Heimat und Kulturvereins vorgestellt. Der Marburger Historiker Armin Sieburg hielt den Festvortrag.

In 15 Kapiteln haben acht Männer und Frauen seit zwei Jahren die Geschichte und viele Geschichten um das Jubiläumsdorf zusammengetragen. Anneliese Balzer, Jens Berkenkopf, Heinz Grosch, Heinz-Jürgen Hammer, Walter Kohl, Heinrich Schmidt, Heinz Schmidt und Dr. Heide Schwöbel bilden das Autorenteam.

Walter Kohl würdigte auch die Verdienste des vor wenigen Wochen verstorbenen Dr. Hermann-Otto Schwöbel, der seit 40 Jahren die Geschichte des Dorfes erforschte und viele Grundlagen für die Chronik lieferte. Weitere Beiträge stammen von Georg Corell, Reinhold Dellit, Eckhart Haberkorn, Christina Jung, Hermann Noll, Heiko Lingelbach, Friedrich-Wilhelm Obermann, Elisabeth Pletsch, Georg Richberg, Wilhelm Scriba, Armin Sieburg, Dirk Sohl und Werner Stellmach. Die Chronik sei Darstellung, Erinnerung, Erzählung, Bewahrung und Anregung zugleich, betonte Kohl.

Im Mittelpunkt der Dorfgeschichte stehen die Menschen. Walter Kohl charakterisierte die Schiffelbacher als heimatverbunden und weltoffen. Sie hätten über Generationen Geschichte geschrieben, gelebt, erlebt und weitergegeben und seien die „eigentlichen Chronisten“.

Jens Berkenkopf stellte die 15Kapitel der Chronik vor. Sie beginnt mit einem „Gang durch die Jahrhunderte“ in Form einer Zeittafel. Das zweite Kapitel behandelt die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Mündliche Überlieferungen von Flugzeugabstürzen oder Stationen von Schiffelbacher Soldaten stammen von Zeitzeugen. Das dritte Kapitel „Gemarkung und Dorf im Wandel“ besteht aus vielen Karten und Flurnamen. Im Kapitel „Infrastruktur“ sind die Post, der Friedhof, die Wasserversorgung und das Gefrierhaus beschrieben.

Viele Fotos prägen die Zusammenstellung von Häusern und Höfen. Fast 80 Seiten umfasst die Beschreibung der Kirche und des Gemeindelebens. Es folgen die Schulgeschichte und die Repräsentanten der Gemeinde. Eine große Bedeutung besitzen seit Jahrhunderten die Landwirtschaft und der Wald. In der Rubrik „Wirtschaftsleben wird“ das Warenangebot aus 1892 mit 2012 verglichen. Auch Vereine und Gruppen des Dorfes finden sich im Buch wieder. Erstmals wird auch eine Vokabelsammlung der Schiffelbacher Mundart veröffentlicht. Mit Brauchtum und besonderen Ereignissen wird die Chronik abgerundet. Die Chronik wird für 25 Euro verkauft.

Ortsvorsteher Heinz-Wilhelm Trümner hatte am Freitagabend die Gäste im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus begrüßt. Mehr als 30 Männer, Frauen und Kinder im Schiffelbacher Projektchor unter der Leitung von Dr. Heide Schwöbel sangen das Lied „Ich wand’re ja so gerne im Schiffelbacher Wald“. Eine große Bilderausstellung findet beim „Tag der Schiffelbacher“ am Donnerstag, 30. Mai, statt. Am Samstag, 1. Juni, spielen die „Trenkwalder“ im Festzelt. Der stehende Festzug beginnt am Sonntag, 2. Juni, um 11 Uhr. (sr)

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