Angeklagt wegen zweifachem Diebstahl

Geständnis bewahrt Angeklagten vor härterer Strafe

Frankenberg - Seine Kinder sollten ein schönes Weihnachtsfest haben und seiner Frau wollte er eine Freude machen. Deshalb entschloss sich ein 39-Jähriger aus dem Oberen Edertal innerhalb kürzester Zeit zweimal dazu, dass Gesetz zu übertreten.

Weihnachten stand vor der Tür, also wollte der Angeklagte seinen Kindern und seiner Lebensgefährtin eine Freunde bereiten. Weil er für die Ware allerdings nicht bezahlt hatte, musste sich ein 39-Jähriger aus dem Oberen Edertal nun vor Gericht verantworten. Vieles sprach gegen den Angeklagten, Richterin Andrea Hülshorst beließ es dennoch bei einer Bewährungsstrafe.

Zwei Tatbestände, die sich innerhalb kürzester Zeit zugetragen haben, lagen der Anklage zu Grunde. Zum einen soll der 39-Jährige in einem Supermarkt in Battenfeld einen Schal sowie eine Waage entwendet haben. Nur Wenige Tage später soll er auf einem Parkplatz in Frankenberg einen verlorenen Geldbeutel an sich genommen haben. Sechs Zeugen waren zur Hauptverhandlung geladen, deren Aussage sich allerdings als entbehrlich erwies, da der Angeklagte geständig war.

Die Tat habe er begangen, weil er seiner Lebensgefährtin eine Freude bereiten wollte, sagte der Angeklagte. Das Geld sei knapp gewesen und seine Lebensgefährtin hätte einen schweren Asthmaanfall erlitten. „Es kam alles auf einmal“, sagte er. In der Hoffnung, dass ihn dabei niemand erwische, sei er dann in den Supermarkt gegangen und habe die Sachen in seinen Rucksack gesteckt.

Seine schlechte finanzielle Situation war ohnehin der Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens. Auch der zweite Sachverhalt stützt sich darauf. Der 39-Jährige habe nach eigenen Aussagen Weihnachtsgeschenke für die drei gemeinsamen Kinder und die Tochter der Lebensgefährtin kaufen wollen, als er auf einem Parkplatz eine Geldbörse fand. Diese hat der Angeklagte an sich genommen, dies aber der Geschädigten, die ihn zu Rede stellte, nicht gesagt. Reumütig gab er zu, dass alles nicht so weit gekommen wäre, wenn er die Geldbörse sofort abgegeben hätte. Er habe eine Chance gesehen, die Kasse aufzubessern. „Die Kasse wäre auch aufgebessert gewesen, wenn statt eines Tablets etwas anderes gekauft worden wäre“, sagte Hülshorst. Bereits im Laden wurde der Angeklagte mit dem Diebstahl konfrontiert, allerdings habe er Panik gehabt, als ihm die Geschädigte drohte, die Polizei zu rufen, also habe er alles abgestritten. Die Geldbörse habe er dann seiner Lebensgefährtin gegeben, welche diese im MilchRegal des Ladens ablegte, wo sie am Abend gefunden wurde. Die Staatsanwältin forderte eine Gesamtstrafe von sieben Monaten. „Über eine Geldstrafe braucht man hier nicht zu diskutieren“, sagte sie und forderte, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Einer Forderung, mit der auch der Verteidiger des Angeklagten leben konnte. Richterin Hülshorst entsprach dieser Forderung weitestgehend und hielt dem Angeklagten zu Gute, dass er geständig war und es sich um eine Spontantat handelte. Sie bezeichnete den Angeklagten aufgrund der zahlreichen Vorstrafen als „Bewährungsversager“ und setzte die Bewährungszeit auf fünf Jahre fest. Außerdem muss der 39-Jährige 500 Euro an die Tafel zahlen, sowie damit beginnen, seine Schulden zu bereinigen. (ste)

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