Gemünden/Weiterstadt

Getöteter Häftling war vermutlich Gemündener

- Gemünden (apa). Bei dem Todesopfer in der Weiterstädter Justizvollzugsanstalt handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen Mann, dessen Geburtsort und -Jahr sowie seine Haftstrafe mit den Daten eines Gemündeners übereinstimmen.

Nach Informationen der Frankenberger Zeitung handelt es sich bei dem Getöteten um einen Mann aus einem Gemündener Stadtteil, der in Waldeck-Frankenberg seit 2006 Spuren hinterlassen hatte: Er hatte unter anderem wegen Fälschung von Papieren, Internetbetruges und räuberischer Erpressung mehrfach vor Gericht gestanden.

Am Montag hatte ein 29-jähriger Insasse der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt seinem 24-jährigen Mitgefangenen mit Schlägen und Tritten schwerste Kopfverletzungen zugefügt. Diesen war der Häftling am Mittwoch erlegen. Der mutmaßliche Täter hat die Tat eingeräumt, wie die Darmstädter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Nach Angaben des Justizstaatssekretärs Rudolf Kriszeleit hatte der Täter behauptet, Stimmen gehört zu haben und dann einen Psychiater zu seiner Zelle geführt, in der das blutüberströmte Opfer lag. Der 29-Jährige galt als psychisch auffällig und ist nach dem Übergriff in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Er sitzt wegen eines Drogendeliktes in Haft und ist nach Angaben des Ministeriums wegen Gewalttätigkeit vorbestraft.

Mehrere Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dem Getöteten um den Mann handelt, der unter anderem im Jahr 2006 die Postfiliale in Gemünden überfallen hatte. Nach dem Abgleich von dessen Geburtsort, Geburtsjahr und dem im Januar verhängten Urteil sagte Michael Geidies, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Kassel: „Es wird vermutlich derselbe Mann sein“. Eine definitive Aussage könne er jedoch nicht treffen, weil er keinen Einblick in das laufende Todesermittlungsverfahren habe.

Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt, die gegen den 29-Jährigen ermittelt, wollte auf Nachfrage von WLZ-FZ keine Angaben zur Identität des Opfers machen. Die Pressesprecherin des hessischen Justizministeriums, Dagmar Döring, gab mit Hinweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Getöteten ebenfalls keine Stellungnahme ab; eine Sprecherin der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt betonte, dass über die Häftlinge grundsätzliche keine Informationen herausgegeben würden.

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