Jeder Tag Verzögerung schadet Qualität

Getreide leidet unter Regen: Nerven bei Landwirten liegen blank

Wettlauf gegen die Zeit: Die Weizen-Ernte im Landkreis hätte schon vor gut 14 Tagen unter Dach und Fach gebracht sein müssen. „Die Nerven der Bauern liegen blank“, sagt Matthias Eckel, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Foto:  mjx

Waldeck-Frankenberg. Die Getreideernte im Landkreis ist längst nicht abgeschlossen. Während der Deutsche Bauernverband schon Spitzenergebnisse meldet, blicken die hiesigen Landwirte mit Sorge auf ihre Felder. Dort liegt vielerorts der Weizen um und ist feucht – und jeder weitere Tag Verzögerung lässt die Qualität leiden.

Bis jetzt habe man aufgrund des Regenwetters kaum einmal drei Dreschtage am Stück gehabt, sagt Karsten Schmal, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Waldeck. Doch die Natur sei wegen des milden Winters schon weit, der Weizen an sich sei reif, er müsse nun dringend eingeholt werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass er bei der Feuchtigkeit auf den Feldern keime, erklärt Schmal. Wenn das geschehe, habe das Getreide keine Back-Qualität mehr, sondern werde nur noch als Futtermittel eingestuft.

Das bedeute für den Landwirt weniger Einnahmen, ergänzt Karsten Schmal. Und auch, wenn der Weizen noch nicht keime, spiele die Feuchte beim Verkauf eine Rolle. Unter 15 Prozent müsste diese liegen. Jetzt sei man teilweise bei 18 bis 20 Prozent. Auch hierfür drohten deutliche Abschläge bei den Erlösen – und das schon bei ohnehin angespannter Preislage, sagt der Waldeckische Verbandsvorsitzende.

„Wir bräuchten jetzt einmal eine Woche Sonnenschein“, wünscht er sich. Das Getreide benötige schließlich erst einmal zwei bis drei Tage, um abzutrocknen. Danach könne man es in gut fünf Tagen komplett dreschen.

„Die Nerven bei unseren Landwirten liegen blank“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Weizen im Wert von acht Millionen Euro stehe gegenwärtig noch auf den Feldern im Landkreis. „Die Ernte hätte schon vor gut 14 Tagen unter Dach und Fach sein müssen“, sagt Eckel. Der Regen habe das aber nicht zugelassen. (mam/mjx)

Welche Kritik Matthias Eckel an der Erntemeldung des Deutschen Bauernverbandes übt, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare