Battenberg: Michael Wenzel ist neuer Stadtbrandinspektor

Gewählt mit nur 40 von 100 Stimmen

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Battenberg - Der oberste Battenberger Feuerwehrmann heißt Michael Wenzel. Er erhielt während der gemeinsamen Dienstversammlung aller städtischen Einsatzabteilungen in der Burgberghalle nur 40 von 100 Stimmen. 32 Feuerwehrleute stimmten gegen ihn, 28 enthielten sich. Wenzel war der einzige Kandidat.

Die Battenberger Feuerwehr müsse sich „als Einheit aufstellen und so auch nach außen auftreten“, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel bei der Verabschiedung von Stadtbrandinspektor Günter Hallenberger – davon war zumindest bei der Wahl zu Hallenbergers Nachfolger wenig zu spüren. Das miserable Ergebnis lässt Rückschlüsse auf den Zusammenhalt der fünf Einsatzabteilungen in Battenberg, Dodenau, Laisa, Frohnhausen und Berghofen zu – und es überschattete die Verabschiedung des langjährigen Stadtbrandinspektor Günter Hallenberger, der tief bewegt Rückblick auf seine Amtszeit hielt.

Michael Wenzel ist Wehrführer in Battenberg und war in den vergangenen fünf Jahren Hallenbergers Stellvertreter. Die Wahl eines Stadtbrandinspektors aus der Kernstadt war offenbar vielen Einsatzkräften aus den Ortsteilen nicht möglich. „Diejenigen, die mit nein gestimmt haben, hätten ja auch einen Kandidaten vorschlagen können“, sagte Heinfried Horsel und rief alle Feuerwehrleute zur Zusammenarbeit mit Michael Wenzel auf.

Horsel hatte in seiner Begrüßung die „kameradschaftliche Verbundenheit aller fünf Wehren“ und den „hervorragenden Ruf“ der Feuerwehr betont. Der neue Stadtbrandinspektor appellierte an seine Kameraden, „an einem Strang zu ziehen“. Er werde das Gespräch suchen. Zu seinem Stellvertreter wählten die Kameraden Dirk Schneider aus Dodenau.

649 Einsätze in 15 Jahren

Leiter des Katastrophenschutzzugs, der sich aus Brandschützern und Fahrzeugen aller Einsatzabteilungen zusammensetzt, bleibt Dirk Wind aus Battenberg. Sein Stellvertreter ist Hartmut Specht aus Dodenau. Bestätigt wurden auch Jugendwart Oliver Feige und seine Stellvertreterin Katja Becker aus Dodenau. Neue Schriftführerin ist Franziska Weegels, die Franziska Spieß (beide Dodenau) ablöst. Stellvertreter bleibt Reiner Zissel aus Dodenau.

Günter Hallenberger war zuvor aus dem Amt des Stadtbrandinspektors, das er 15 Jahre lang inne gehabt hatte, verabschiedet worden. Er bleibt Wehrführer in Frohnhausen. Sein Amt habe „großes Fachwissen, Engagement und menschliche Qualitäten“ gefordert, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel. Es sei eine wichtige Aufgabe, die Stützpunktfeuerwehr in Battenberg und die vier Wehren in den Ortsteilen „unter einen Hut zu bringen“.

Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, überreichte Hallenberger für seine Verdienste die Floriansmedaille in Gold, Bürgermeister Horsel übergab die Stadtuhr und weitere Geschenke. Auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick und der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf dankten Günter Hallenberger für seine geleistete Arbeit.

Der verabschiedete sich sichtlich bewegt. „Ich kann nur noch sagen: Danke“, richtete er an seine Kameraden, die ihn unter anhaltendem Applaus verabschiedeten. Er erinnerte an 649 Einsätze in den vergangenen 15 Jahren, an die Beschaffung von acht Fahrzeugen, an herausragende Ereignisse wie die „Feuerwehrbrücke“, die vor zehn Jahren Einsatzkräfte aus den USA, die nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center im Einsatz waren, ins Obere Edertal führte.

Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick kündigte die Einführung des Digitalfunks im Landkreis für 2014 an. Im Analogfunk gebe es immer mehr Probleme mit Störungen. Er appellierte an die Atemschutzträger, die Übungsstrecke in Korbach zu besuchen – ansonsten wären in Battenberg nur vier Einsatzkräfte zum Einsatz unter Atemschutz berechtigt, „damit kann man keinen Staat machen“.

Stadtjugendwart Oliver Feige informierte, dass in den Nachwuchsabteilungen derzeit 23 Mädchen und 29 Jungen aktiv sind. Geleistet wurden 397 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 160 Stunden allgemeine Jugendarbeit. Die Jugendwehren beteiligten sich an Wettebwerben und am Kreiszeltlager in Battenberg. Im August feierte die Jugendwehr aus Berghofen 15-jähriges Bestehen. Das Stadtzeltlager fand im August statt.

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