Populationsschwankungen üblich – Derzeit nur wenig Bussarde

Es gibt massig Mäuse

Rötelmaus: Viele Rötelmäuse huschen zur Zeit durchs Laub im Wald. Für Füchse und Bussarde ist der Tisch reich gedeckt. Foto: Kalden

Waldeck-Frankenberg. Im vergangenen Jahr gab es nur wenige Mäuse. Jetzt wimmelt es nur so von diesen Tieren in Wald und Feld. Die Forstämter im Landkreis Waldeck-Frankenberg setzen darauf, dass die Natur die aktuelle Massenvermehrung selbst reguliert.

Bei einem Spaziergang im Elbrighäuser Tal zum Beispiel raschelt es oft im Laub neben dem Weg. Bleibt man stehen, so sieht man manchmal gleich mehrere Mäuse umherhuschen. Wegen ihres rotbraunen Rückens erhielten die kleinen Nager ihren Namen: Rötelmaus.

Sie leben vor allem im Wald und suchen dort ihre pflanzliche Nahrung. Da sie auch gerne an Rinden knabbern, um an Nährstoffe zu gelangen, können sie in Jahren mit starker Vermehrung Schäden vor allem in Jungkulturen im Wald anrichten.

Neben Rötelmäusen gibt es in diesem Sommer auch nicht wenige Feldmäuse sowie Erd- und Gelbhalsmäuse. Mäuse sind in der Nahrungskette beliebte Beutetiere für Füchse, Dachse, Marder, Wildschweine und Mäusebussarde, für Eulen, darunter die Schleiereule, und für Turmfalken.

Es ist schon lange bekannt, dass in guten Mäusejahren diese Beutegreifer reichlich Nachwuchs haben. Beobachtungen im Landkreis bestätigen dies für dieses Jahr.

Im Kirchturm in Bergheim im unteren Edertal füttern Schleiereulen derzeit acht Junge. Meist haben diese Eulen nicht mehr als fünf Junge; und in schlechten Mäusejahren weniger oder gar keine – eine naturgesteuerte Geburtenregelung. In Diemelsee- Benkhausen hat jetzt ein Turmfalke sieben Junge. Normalerweise sind es fünf bis sechs.

Auf Anfrage im Forstamt Burgwald bestätigte Forstamtsleiter Eberhard Normann das massenhafte Vorkommen vor allem der Rötelmaus im Wald. Das Forstamt setzte aber kein Gift gegen die kleinen Nager ein. „Wir lassen das die Natur regeln“, sagte Normann. Auch andere Forstämter im Kreis verfahren seinen Angaben nach so. Früher hätten die Forstämter Köderstationen im Bereich von Jungkulturen ausgelegt, um die Mäuse darin zu fangen. Heute setzen sie auf Füchse und Bussarde.

Die Massenvermehrung der Mäuse kommt alle paar Jahre auf natürliche Weise vor. Vogelkundler gehen davon aus, dass die aktuelle Vermehrung dadurch verstärkt wurde, dass in den beiden vorangegangenen harten Wintern viele Bussarde verhungert seien.

Ein anderer Mäusefeind vermehrt sich jedoch derzeit stark: Forstamtsleiter Normann beobachtet, dass es im Gegensatz zum vergangenen Jahr nun wieder mehr Füchse gebe.

Von Gerhard Kalden

Quelle: HNA

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