Glocken kamen auf dem Pferdewagen

Mit Tannengrün geschmückt: Auf diesem Gummiwagen, gezogen von einem Pferdegespann, brachte Fuhrmann Karl Specht die Glocken am 8. Februar 1965 zur Kirche. Foto: nh

Allendorf-Eder. Vor 50 Jahren, im Januar 1965, wurden in der Glockengießerei Rincker in Herborn-Sinn die Glocken für die damals neue evangelische Kirche in Allendorf-Eder gegossen.

In der Festschrift zum Kirchenjubiläum, die am Freitag, 6. Februar, ab 19 Uhr in der Kirche vorgestellt wird, wird das Ereignis des Glockengusses und der Einholung der Glocken so beschrieben:

Am 8. Februar 1965 wurden die Glocken in einem feierlichen Umzug eingeholt. Ein Lkw der Firma Rincker lieferte die Glocken nach Allendorf. Am Ortseingang am Riedweg wurden die Glocken auf einen mit Tannengrün geschmückten Gummiwagen umgeladen. Am späten Nachmittag versammelten sich viele Gemeindeglieder am Riedweg in Allendorf. Ein feierlicher Zug, voran das von Karl Specht geführte Pferdegespann mit den Glocken, bewegte sich durch das Dorf zur neuen Kirche auf dem Loh.

Als die Glocken ihren Bestimmungsort vor dem Glockenturm erreicht hatten, intonierte der Posaunenchor unter der Leitung von Herbert Wolf einige Choräle. In einer kurzen Ansprache dankte Pfarrer Wieschemann den zahlreichen Spendern, welche die Anschaffung dieses prächtigen Geläuts mit ermöglicht hatten. Mit einem Gebet und einem gemeinsamen Lied ging die Feierstunde zu Ende.

Mit Seilwinde nach oben

Am folgenden Tag wurden die Glocken mittels einer Seilwinde einzeln nach oben in die Glockenstube gezogen und dort in die vorbereiteten Glockenstühle aus Stahl eingebaut.

In der Woche vor der Einweihung waren im Dorf immer wieder vereinzelt Glockentöne zu vernehmen. Dies rührte vom Probeläuten her, welches während des Einbaus und des Probebetriebs der elektrischen Motoren für das Geläut erforderlich war. Für die Bevölkerung erhöhte sich die Spannung, endlich das volle Geläut der neuen Kirchenglocken zu hören. Dies umso mehr, als bisher in Allendorf nur die kleine Glocke in der alten Kirche täglich beim Abendläuten zu hören war.

Am Sonntag, 21. Februar 1965, wurden während des feierlichen Einweihungsgottesdienstes der Kirche auch die Glocken in den Dienst der Gemeinde gestellt und zum ersten Mal klang das volle Dreiergeläut über das ganze Dorf. (nh/off)

Quelle: HNA

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