Karneval in Allendorf

Griechen, Bewerber und ein Dackelclub

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Der Elferrat mit Männern und Frauen zeigte sich in der Kluft griechischer Götter.

Allendorf (Eder) - Mit einem deutlich abgespeckten, aber dennoch hochkarätigen Programm hat am Samstag der Allendorfer Sportverein rund 300 Jecken beim Karneval im Bürgerhaus begeistert.

An dem vielseitigen Programm unter dem Motto „Wir retten den Euro und Griechenland“ und der Regie der Fußballer des Sportvereins wirkten rund 100 Aktive mit. Die Stimmung im Saal war prächtig, bunt kostümierte Narren aller Altersstufen sangen mit, klatschten im Stehen und Sitzen und forderten immer wieder Zugaben.

Das bunte Treiben begann mit dem Einzug des Elferrats in der Kluft griechischer Götter zur Musik von Beethovens „Ode an die Freude“. Zu Ehren des neuen Prinzenpaares Christina Schmitt und Matthias Briel erhoben sich die Jecken von ihren Plätzen und klatschten begeistert, als das Prinzenpaar und der Elferrat einen Sirtaki tanzten.

Das Geschehen auf der Bühne wurde von Discjockey Jens Görnandt immer wieder mit fetziger Musik unterlegt - die Stimmung im Saal kochte innerhalb weniger Minuten.

Großartige Choreografien

Eine ganze Reihe von Tanzgruppen glänzte mit sehenswerten Darbietungen zu fetziger Musik und mit großartigen Choreografien. Allessandro Maida bot mit seiner Hip-Hop-Dance-Company eine atemberaubende Bühnenshow mit akrobatischen Einlagen, während die jungen Frauen der Gruppe „Beatsteps“ ins Milieu der Nachtclubs entführten. „Für „Voulez vous coucher avec moi?“ gab es Begeisterungsstürme der Narrenschar, und die ließ die jungen Frauen erst nach einer Zugabe von der Bühne gehen. Die SVA-Tanzgruppe brillierte mit einer Choreografie zum Hit „These Days“ von den Fu Fighters.

Fischen an der Themse

Kurt Scholz ließ sich in einer Büttenrede über „eurolympische Spiele“ unter dem Motto „So melkt man den Pleitegeier“ aus. Kredithebeln mit siebzig Mannen, Rettungsschirme-Wettlaufspannen, Finanzhaifischen an der Themse und Zielsprung auf der Schuldenbremse schlug er als neue olympische Disziplinen vor. Als Ratschlag für schwarze statt rote Zahlen forderte er: „Damit sie’s auch in Zukunft bleiben, gilt’s die Wirtschaft anzutreiben; sprich, man muss was produzieren. Den Merksatz lasst euch tätowieren!“

Martin Huhn aus Röddenau bewarb sich als „Hausmeister Krause“ um eine Stelle bei der Gemeinde Allendorf und führte ein fiktives Bewerbungsgespräch mit dem echten Bürgermeister Claus Junghenn. Dabei wurde das Geschehen in der Gemeinde humorvoll aufs Korn genommen.

So ging es zum Beispiel um das undichte Dach des Bürgerhauses, den Esel, der in der Kirche beim Krippenspiel seine Notdurft verrichtete und den Rennertehäuser Karneval in Battenberg. Schließlich schlug der Bewerber die Gründung eines Dackelclubs in Allendorf vor. Wiederholt wurde auch das Publikum von den Moderatoren Timo Maurer, Sabine Huft und Kurt Scholz aktiv ins Geschehen einbezogen. So gab es zum Beispiel Sirtaki-Tanzeinlagen, Preise wurden verlost und das beste Kostüm prämiiert.

Nach etwas mehr als zwei Stunden Programm blieb noch genug Zeit zum Weiterfeiern. Bis in den frühen Morgen waren die Narren außer Rand und Band.

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