Grill in Wohnung gestellt: Paar erleidet Rauchgasvergiftung

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Nie in die Wohnung stellen: Von einem glühenden Grill geht Kohlenmonoxid aus, das zum Tod führen kann.

Battenberg. Dieser Grillabend hätte tödliches enden können: Ein Paar aus Battenberg hat am Donnerstagabend eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten, nachdem es einen glühenden Holzkohlegrill mit in die Wohnung genommen hatte.

Der Mann (47) und die Frau (36) wurden noch in der Nacht mit Rettungshubschraubern in Spezialkliniken geflogen. Lebensgefahr bestehe nicht, sagte die Polizei am Freitag. Beide hatten sich aber in akute Lebensgefahr gebracht.

Um die Restwärme des glimmenden Grills zu nutzen, stellte ihn das Paar von draußen in die Wohnräume. Dort bildete sich durch die Verbrennung das geruchlose Atemgift Kohlenstoffmonoxid (CO). Während der Mann bei Bewusstsein blieb, fiel die 36-Jährige gegen 22.45 Uhr in Ohnmacht und zog sich am Kopf eine Platzwunde zu. Der 47-Jährige verständigte daraufhin den Rettungsdienst.

Als der Rettungswagen aus Laisa eintraf, schlug am Eingang der Wohnung ein CO-Warnmelder der Rettungskräfte an. Daraufhin wurde die Feuerwehr mit Atemschutzgeräten hinzugerufen. Beide Personen wurden zunächst ins Kreiskrankenhaus Frankenberg eingeliefert. Weil sich beide eine Kohlenmonoxidvergiftung zugezogen hatten, wurden sie noch in der Nacht in Spezialkliniken in Wiesbaden und Halle/Saale geflogen.

Immer wieder kommt es zu solchen oder ähnlichen Vorfällen mit Holzkohlegrills, die zum Ausnutzen von Restwärme in die Wohnung getragen werden. Zuletzt erst Anfang Mai hatte sich eine ganze Familie im Kreis Marburg-Biedenkopf dieser tödlichen Gefahr ausgesetzt (wir berichteten). Die Eltern kamen damals mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Die beiden Mädchen im Alter von elf und 14 Jahren blieben nach ambulanter Behandlung bei den Großeltern.

Polizei und Feuerwehr warnen aus gegebenem Anlass immer wieder vor einem solchen Handeln: Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos, löst Bewusstlosigkeit und Lähmungen aus und führt rasch zum Tod. (www.112-magazin.de)

Quelle: HNA

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