Frankenberg

Grüne Werkbank an Marburger Straße

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- Frankenberg (sr). Bunte Blumen blühen, das Gemüse wächst, die Bienen summen – im neuen „Trainingszentrum Natur“ des Frankenberger Berufsförderungswerks von Handwerk und Industrie (BFHI) lernen Arbeitslose Kernkompetenzen für den Berufsalltag.

Seit vier Monaten arbeiten 16 Männer und Frauen jenseits der 50 Jahre unter der Anleitung von Agraringenieur Bernd Saalfrank an der „Grünen Werkbank“. Auf einem Acker oberhalb der Werkstätten an der Marburger Straße pflegen alle Teilnehmer ihr eigenes Gartenfeld und bauen dort Gemüse, Salat oder Blumen an. Ein großer Bauerngarten nach klassischem Vorbild wird gemeinsam bewirtschaftet.

Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück wachsen auch Kartoffeln, Rüben und Kohl. Ein Stück Brache gehört ebenfalls dazu, denn Ziel ist ein Fruchtwechsel und Erholung des Bodens. Während auf dem Feld auch landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt wurden, arbeiten die Teilnehmer im Garten mit Hacke, Spaten und Rechen. „Wenn ich was ernten will, muss ich auch Arbeit investieren“, beschreibt Sozialpädagogin Ute Karnik einen zentralen Ansatz des Projektes. Pflegen und Hegen stehen nicht nur im Garten im Mittelpunkt, sondern gelten auch für die Männer und Frauen selbst. „Man muss sich auch um sich selbst kümmern, um Erfolg zu haben.“ Gesunde Ernährung und eigene Gesundheitsvorsorge gehören deshalb auch zum Lehrplan.

Durch die Qualifizierungsmaßnahme sollen die Arbeitslosen wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. „Wir wollen die Persönlichkeiten wieder aufbauen und Selbstbewusstsein entwickeln“, beschreibt Ute Karnik die Initiative. Sie ist Teil des Projektes „Perspektive 50 plus“ des Job-Centers. Otto Richter und Astrid von Berlepsch-Hermes haben das Konzept gemeinsam mit dem BFHI erarbeitet und sind stolz auf die ersten Erfolge. „Schon nach wenigen Wochen haben sich Gesichtsfarbe, Körperhaltung und Ausstrahlung der Leute positiv verändert“, stellt von Berlepsch-Hermes fest. Die Teilnehmer sind sechs bis neun Monate in der Maßnahme beschäftigt. Im Winter werden Obstbäume geschnitten oder Waldarbeiten erledigt. Die meisten kommen aus Frankenberg und Umgebung, ein Shuttle-Service sorgt für den Transport aus Bad Wildungen nach Frankenberg.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 8. September

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