Frankenberg

Grundschüler entdecken die Physik

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- Frankenberg (csc). Achtklässler der Edertalschule führten Wigand-Gerstenberg-Schülern Experimente vor. Zum Abschluss des Projekttags haben die Grundschüler selber eine „Hebebühne“ für Spielzeugautos gebaut.

Schon seit August haben Lehrer Bernhard Starck und sein Wahl-Pflicht-Kurs Physik den Tag an der Wigand-Gerstenberg-Schule vorbereitet. In dem Werkraum der Grundschule führen die siebzehn Schüler der Edertalschule die Experimente zum Thema Druck vor. Zur Einführung wird ein Video gezeigt, das von drei Gymnasiasten erklärt wird. Es geht um einen Versuch mit einer Tauchsonde, der einen ersten Einblick in das Thema geben soll. An den entscheidenden Stellen wird das Video pausiert und die Grundschüler sollen überlegen, wie es weitergehen könnte. Da die Fragen meist nicht sehr schwer sind, können selbst die Viertklässler schon auf die Antworten kommen – das weckt das Interesse. Im Anschluss führen die Schüler der achten Klasse selbst einige Experimente durch. Unter anderem wird so der „Saugheber“ erklärt. Bei diesem Versuch stehen zwei Schalen auf unterschiedlicher Höhe, beide sind zu einem Drittel mit Wasser gefüllt. Jetzt sind die Grundschüler gefragt. Was passiert, wenn ein mit Wasser gefüllter Schlauch in die beiden Schalen getaucht wird, sodass diese verbunden sind? Nach einigen Ansätzen zeigen die Gymnasiasten, was passiert. Das Wasser fließt von der höheren Schale durch den Schlauch in die tiefer gelegene. Ein Phänomen, das sich durch Druck erklären lässt. Und das tun Bernhard Starck und seine Schüler. Zur Unterstützung haben sie zu jedem Experiment ein Plakat erstellt, dass den Aufbau und die Durchführung zeigt. Auch wenn einige Versuche schwer zu erklären sind – die Achtklässler geben nicht auf und beschreiben die Vorgänge immer wieder Schritt für Schritt, bis jeder Grundschüler es verstanden hat. Schließlich sollen die Viertklässler ihre Erkenntnisse noch einmal in eigenen Worten zusammenfassen. Bei dem Luftdruckexperiment dürfen sie sogar selbst Hand anlegen. Als Belohnung für einen erfolgreichen Versuch winkt eine Tüte Gummibärchen. Die Aufgabe besteht darin, auf ein mit Wasser gefülltes Glas einen Pappdeckel zu legen, es auf den Kopf zu drehen und nur noch das Glas festzuhalten, ohne das Wasser zu verschütten. Geschafft hat es trotz einiger Versuche keiner. Die Lösung dieses Problems ist für die Grundschüler im ersten Moment verblüffend und unerklärlich. Ein Achtklässler legt den Pappdeckel auf das Glas, dreht es um und lässt den Deckel los – und er bleibt an der Unterseite, ohne das Wasser heraus zu lassen. Dazu erklärt der Gymnasiast, der Luftdruck von Außen sei größer, als der Wasserdruck von Innen, deshalb bleibe der Deckel unter dem Glas.Zum Abschluss der zwei Schulstunden dürfen die Grundschüler selber eine Hebebühne für Spielzeugautos aus Schläuchen und Spritzen bauen. Wo Schwierigkeiten auftreten, helfen die Achtklässler. So hält jeder am Ende der Stunde stolz seine selbstgebaute Hebebühne in den Händen. Den Experimentiertag hat es an der Wigand-Gerstenberg-Schule zum ersten Mal gegeben, doch Bernhard Starck möchte es zu einem dauerhaften Termin machen. Dies sei ein Schritt für die Edertalschule, die Auszeichnung „Schwerpunkt Physik“ zu erlangen. Zudem soll der Projekttag schon früh das Interesse der Kinder an der Naturwissenschaft wecken. Auch für die Gymnasiasten hat es einen Vorteil, sie können schon jetzt das Präsentieren üben. Und Spaß hat es ihnen schließlich allen gemacht.

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