Metak investiert in Standort Burgwald

Gute Auszubildende für neue Produkte

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Jonas Åkesson beschäftigt in der Burgwalder Firma Metak derzeit 114 Mitarbeiter. Seine Lehrlinge bildet er an den komplexen Maschinen zur Werkzeugherstellung aus.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald - Die kunststoffverarbeitende Firma Metak aus dem Burgwald investiert Zeit, Geld und Ideen in innovative Produkte mit geringen Produktionskosten. Weil sie dafür gut ausgebildete Facharbeiter braucht, investiert sie ebenso viel in die Ausbildung des Nachwuchses.

In der Fertigungshalle herrscht rege Betriebsamkeit: Ein Mitarbeiter von Metak steht vor einer der leuchtend grünen Maschinen, wählt Einstellungen auf dem Touchscreen und wartet. Kaum eine Minute später öffnet sich die Maschine - eine Kunststoffverkleidung für die Armatur eines Busses kommt heraus. Dann testet der Mitarbeiter die Verkleidung, während in der Maschine die zweite hergestellt wird, indem heißes Plastik mit großem Druck in eine Form gegeben wird. An den Maschinen daneben entstehen Armlehnen für Stühle, rutschfeste Matten für Leiterstufen und Handschuhfächer für Autos.

Kurz vor der Markteinführung steht ein neues Werkzeug des Burgwalder Unternehmens Metak: Die Mitarbeiter der Firma kleben Dichtungen bei dieser neuen Verarbeitungstechnik nicht mehr in aufwendiger Handarbeit auf die Kunststoffbauteile, denn neue Maschinen spritzen die Dichtung gleich bei der Herstellung an. „Die Bauteile werden künftig in einem Arbeitsschritt hergestellt“, sagt Geschäftsführer Jonas Åkesson. Sie müssen nicht noch mehrfach von Mitarbeitern in die Hand genommen, beklebt und auf Dichtheit untersucht werden. Denn auch die Dichtigkeitsprüfung läuft über Sensoren in der neuen Technik, erklärt Vertriebsleiter Frank Hoffmann.

Die Idee für die neue Technik kam den Mitarbeitern von Metak laut Åkesson durch einen Auftrag. Ein großer Hersteller von Klima- und Heizungstechnik suchte einen Ersatz aus Kunststoff für einen bisher aus Metall hergestellten Gehäusedeckel. Viele Dichtungen und Kabeldurchführungen mussten bei dem komplizierten Kunststoffteil noch von Hand montiert werden. „Wir wollten nicht nur einen halben, sondern einen ganzen Schritt gehen“, sagt Åkesson. Deswegen haben sie die Arbeitsschritte verkürzt und das Produkt weiterentwickelt, sodass weniger Fehler entstehen können, das Werkzeug länger hält und die Produktion günstiger ist. „Wir wollen den Standort Burgwald sichern, und deswegen müssen wir uns technologisch immer weiterentwickeln und mehr Intelligenz in unsere Arbeitsprozesse bringen, damit wir auch die Aufträge bekommen“, sagt der Chef von derzeit 114 Mitarbeitern.

Um die verbesserten, aber auch günstigeren Produkte herstellen zu können, investiert das international tätige Unternehmen aus dem Burgwald - in die Ausbildung der Mitarbeiter und in neue Technik.

Für die neue Produktionsmethode investierte Åkesson in zwei neue Spritzgießmaschinen, der neue Gehäusedeckel läuft auf einer darauf in Serie. Die Produktion der neuen Teile läuft neben dem Hauptgeschäftsgebiet der Firma Metak: Die Burgwalder liefern jedes Jahr mehr als eine halbe Million Funktionsarmlehnen aus Kunststoff an Möbelhersteller aus und zahlreiche verschiedene Bauteile, etwa Armaturen an Autohersteller, für namhafte Unternehmen.

Zwar stellen die Maschinen die Produkte her, doch müssen sie auch - je nach Produkt - immer wieder programmiert, umgebaut, überwacht und gesteuert werden. „Die Arbeit erfordert technisches Verständnis. Außerdem müssen unsere Mitarbeiter die Produktionsprozesse kennen und verstehen“, sagt Åkesson. „Deswegen bilden wir unsere Mitarbeiter seit der Gründung von Metak gut aus und weiter.“ Schließlich müssen sie die neu entwickelten Techniken einsetzen und die Maschinen richtig bedienen können.

Unter den 114 Mitarbeitern sind immer rund zehn Prozent Auszubildende, erklärt der Vertriebsleiter. Das Ziel sei es zudem, die ausgebildeten Fachleute zu übernehmen. „Die Facharbeiter von morgen wachsen nicht auf den Bäumen“, sagt Åkesson. „Da müssen wir schon selbst tätig werden und gut ausbilden.“ Die meisten Mitarbeiter seien seit vielen Jahren dabei, einige seit ihrer Ausbildung. „Die Verbundenheit zum Unternehmen kann nicht schöner beginnen als mit der Ausbildung“, sagt der Geschäftsführer.

Die Auszubildenden unternehmen in der Gruppe seit jeher gemeinsame Fahrten, besuchen Kunden, die Produkte von Metak verarbeiten oder entwickeln gemeinsam Projekte. „Bei uns gehen die Azubis durch sämtliche Stellen im Betrieb“, erklärt Hoffmann. Die Kaufleute schnuppern also auch in die handwerklichen Bereiche, während die Handwerker eine Zeit lang den Kaufleuten über die Schulter schauen müssen. „Sie bekommen ein umfassendes Bild und lernen die Zusammenhänge kennen“, sagt der Vertriebsleiter.

Weil die Gruppe der Auszubildenden eine kleine ist, habe sie nicht nur Kontakt zum Ausbilder, sondern zu allen Kollegen. „Außerdem bekommen sie unmittelbar eigene Aufgaben und Verantwortung übertragen“, erklärt Åkesson. Die Azubis bringen sich etwa mit Ideen für die Verbesserung der Produktion ein und erarbeiten derzeit ein Konzept, damit der Betrieb eine weitere Umweltzertifizierung bekommen kann.

Um gutes Fachpersonal auszubilden, bietet Metak ein duales Studium an im Ingenieurwesen, Maschinenbau und Formgebung, sie bilden laut Åkesson aber auch Kunststofftechniker, Mechatroniker, Werkzeugtechniker, Elektriker und Kaufleute aus. Die meisten Lehrstellen für diesen Sommer sind bereits besetzt.

„Wer Kunststofftechniker werden will oder sich für das duale Studium interessiert, darf sich gerne noch melden“, wirbt der Geschäftsführer. Gerade in diesen Bereichen bewerben sich bei Metak immer mehr junge Frauen um eine Stelle. „Auf Nachfrage bieten wir in den Ferien auch Schnuppertage“, sagt Hoffmann. „Oft hat man eine andere Vorstellung von den Berufen. So können Schüler sich ihre Informationen selbst holen.“

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