Verein „775 Jahre Bromskirchen“ aufgelöst · Vom Kassenbestand soll Silbersee-Hütte modernisiert werden

„Haben das Wir-Gefühl im Ort gestärkt“

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Bromskirchen - Sie haben gefeiert, Konzerte und Märkte organisiert und wieder gefeiert. Die Bromskirchener erlebten ein besonderes Festjahr. Der Jubiläumsverein wurde nun aufgelöst. Etwa 3000 Euro aus der Kasse sollen für das Gemeinwohl eingesetzt werden.

In Zeiten, wo Vereine händeringend um Mitglieder werben, ist eine Vereinsauflösung eigentlich kein positives Ereignis. Anders sieht das in Bromskirchen aus. Dort stimmten die Mitglieder von „775 Jahre Bromskirchen“ am Donnerstagabend über das Ende des 2012 gegründeten Vereins ab. „Nun sind wir Geschichte“, sagte Bürgermeister und Vereinsvorsitzender Karl-Friedrich Frese zufrieden. Dass der Verein nach getaner Arbeit aufgelöst wird, war schon vor zwei Jahren klar. „Wir haben in Bromskirchen genügend und gute Vereine, die sich um die Gemeinschaft kümmern“, erklärte Frese.

Feier im Frühjahr geplant

Es galt aber noch die Entscheidung zu treffen, was mit dem Kassenbestand geschieht. In der Satzung wurde verankert, dass das Geld für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden soll. Der Kassenbestand beträgt derzeit rund 3700 Euro. Dieser setzt sich vor allem zusammen aus Einnahmen der Veranstaltungen und Spenden zahlreicher lokaler und regionaler Unternehmen. Frese geht davon aus, dass nach Bezahlen der letzten Rechnungen etwa 3000 Euro übrig bleiben. Die Vereinsmitglieder entschieden, dieses Geld für die Modernisierung der Hütte am Silbersee einzusetzen. Im Zuge der Renaturierung sollen unter anderem neue Möbel wie etwa Tische, Bänke und ein Schrank angeschafft werden. „Die Hütte nutzen Vereine und Privatpersonen, so hat am Ende jeder etwas davon“, begründete Frese die Entscheidung.

Das Geld geht zunächst zweckgebunden auf das Konto der Gemeinde. Nach der Renaturierung soll es wahrscheinlich dann noch ein Fest am Silbersee geben – zur Eröffnung der erneuerten Hütte und als Abschluss des Jubiläumsjahres.

„Ich ziehe ein durchweg positives Fazit“, sagte Karl-Friedrich Frese beim Rückblick auf die zahlreichen Veranstaltungen 2012 und vor allem 2013. Die Silvester-Party sei trotz Bedenken, die manch einer im Vorfeld äußerte, ein Erfolg gewesen. Das gelte auch für den Fackellauf, den Tag der Begegnung mit ehemaligen Bromskirchenern unter anderem aus Berlin, Belgien und Großbritannien oder den Grenzgang.

Dank für Einsatz der Vereine

Erstmals fand die Sportlerehrung des oberen Edertals in Bromskirchen statt. Das Schützenfest in die Jubiläumswoche einzubinden sei die richtige Entscheidung gewesen. „Der Markttag der Landfrauen wird sicherlich allen in bester Erinnerung bleiben.“ Veranstaltungen in der Ortsmitte könnte es so auch in Zukunft häufiger geben. Lediglich bei der Disco-Party hätte sich Frese mehr Gäste gewünscht.

Sein Dank ging vor allem an die zahlreichen Helfer aus den verschiedenen Vereinen. „Ziel war es, das Wir-Gefühl des Dorfes zu stärken, an unsere Wurzeln zu erinnern. Ich denke, das ist gelungen.“ Das wäre ohne das Engagement der Vereine nicht möglich gewesen. Der Bürgermeister hätte sich einzig erhofft, noch mehr Menschen, „die zwar in Bromskirchen wohnen, aber nicht hier leben“, für die Gemeinschaft begeistern zu können. „Aber daran werden wir weiterarbeiten.“ (tt)

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