Chefarzt Dr. Harald Schmid verabschiedet

„Habt Vertrauen zum Krankenhaus“

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Lachende Gesichter nach einem Hauch von Abschiedsschmerz; von links: Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Jostes, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Tochter Ulla Schmid, Betriebsratsvorsitzender Uwe Patzer, scheidender Chefarzt Dr. Harald Schmid, Ehefrau Dr. Jutta Schmid, Tochter Maria Parker geb. Schmid, und Andrew Parker, sowie Bürgermeister Rüdiger Heß.

Frankenberg - Würdige Abschiedsfeier für den Ärztlichen Direktor Dr. Harald Schmid, der nach 29 Jahren aus Altersgründen das Kreiskrankenhaus Frankenberg verlässt.

Gekommen waren zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aller „Kategorien“ sowie Wegbegleiter, Freunde und die Familie. Alle Redner würdigten die Arbeit des verantwortungsbewussten, liebenswürdigen Arztes und „Herzspezialisten“.

Landrat Dr. Reinhard Kubat erklärte, wenn ein langjähriger Chefarzt das Kreiskrankenhaus verlasse, dann gingen mit ihm auch Erfahrung, Sachverstand, Führungsqualität und menschliche Kompetenz: „Das ist ein Verlust für den Landkreis insgesamt“.

Dr. Schmid sei es gelungen, den Patienten das Gefühl zu geben, „dass sie als Menschen, als Individuen wahrgenommen werden und nicht als Fälle, Pauschalen oder Strichcodes“. In Zeiten, in denen auch Krankenhäuser nach den Gesetzen der Wirtschaftlichkeit geführt werden müssten, drohten solche Qualitäten verloren zu gehen.

Kubat: „Ich wünsche mir, dass dieser humane, ethische Aspekt, der sich mit dem Namen Dr. Harald Schmid verbindet, als Vermächtnis hier an diesem Haus weiterhin lebendig bleibt“.

Kubat abschließend: „Sie waren tatsächlich die Konstante, die dem Krankenhaus auch in turbulenten Zeiten Zuversicht und klare Ausrichtung gegeben hat“.

Tolerante Familie

Betriebsratsvorsitzender Uwe Patzer dankte dem Chefarzt, der sich stets für die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „in allen Bereichen“ eingesetzt habe: „Ein ständiger Lernprozess, der unser Selbstbewusstsein gestärkt hat. Auch Leistungsbereitschaft und die Fähigkeit, Freude an der Arbeit zu haben, seien dabei gefördert worden.

Das Wohl der Patienten habe im Mittelpunkt gestanden. Darüber hinaus sei Dr. Schmid von morgens bis abends erreichbar gewesen: „Glückwunsch, er hatte eine tolerante Familie“, schloss Patzer.

Bürgermeister Rüdiger Heß sprach von einem „Tag des Abschieds und des Dankes in der gesamten Region“. Fachlich und menschlich habe Dr. Schmid in den zurückliegenden 29 Jahren Spuren hinterlassen. Er habe zwar den Herzspezialisten nie konsultieren müssen, „denn bei mir waren alle Teile, die er kuriert, noch gut“, sagte Heß. „Wir haben uns dennoch immer gemocht“.

Zu Beginn der Feierstunde sagte Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Jostes, es sei nachweislich, dass der nun scheidende Chefarzt das Kreiskrankenhaus wesentlich nach vorn gebracht habe. In den eineinhalb Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit mit Dr. Schmid „haben wir uns schätzen gelernt“.

Erfüllung und Dank

Dr. Schmid, sichtlich gerührt, dankte für Lob und Anerkennung. Er finde Erfüllung darin, dass es ihm möglich gewesen sei, „mich in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen und die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten zum obersten Gebot zu machen“. Zum anderen empfinde er Dankbarkeit für das Glück, seinen Beruf fast drei Jahrzehnte an diesem Krankenhaus ausüben zu können.

Etwas ganz Besonderes für ihn sei der akademische Lehrbetrieb, der ohne das Zutun seines Schulfreunds Professor Dr. Bernhard Maisch nicht ins Kreiskrankenhaus eingezogen wäre. Die feinsinnige und faire Unterstützung durch den Prüfungsvorsitzenden Professor Dr. Ulrich Mueller habe den Betrieb nochmals aufgewertet.

Mit 65 Jahren sei es angebracht, den Stab der Verantwortung an Jüngere zu übergeben, schloss Schmid: „Es wird hier geordnet weitergehen. Habt weiterhin Vertrauen zum Krankenhaus!“ Das sage er als scheidender ärztlicher Direktor für alle Fachrichtungen.

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