aus dem Gericht

Haftstrafe für Missbrauchstäter

Marburg/Frankenberg - Mehr als ein Jahr sitzt ein junger Frankenberger bereits in Untersuchungshaft. Er wurde wegen zahlreicher Fälle von Kindesmissbrauch zu drei Jahren Haft verurteilt. Auch eine Berufung gegen das Urteil brachte keine neuen Ergebnisse - beide Seiten zogen das Rechtsmittel gestern zurück.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres stand der 23-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern vor dem Marburger Landgericht. In insgesamt 20 Fällen wurde dem jungen Frankenberger der Kindesmissbrauch im Laufe des Jahres 2012 nachgewiesen, hinzu kamen mehrere Fälle des Besitzes kinderpornografischer Schriften.

Das Jugendschöffengericht verurteilte den Frankenberger im Herbst schließlich zu einer dreijährigen Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer drei Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Gegen das Urteil des Amtsgerichts legten sowohl die Staatsanwalt als auch der Verteidiger des 23-jährigen Frankenbergers Berufung ein.

Die gestrige Berufungsverhandlung vor der großen Jugendkammer des Landgerichts gestaltete sich nur kurz: Der Verteidiger des jungen Angeklagten schlug direkt zu Beginn der Verhandlung eine Rücknahme des Rechtsmittels vor - vorausgesetzt, dass die Staatsanwaltschaft sich dem Antrag anschließt und ebenfalls die Berufung zurückzieht. Oberstaatsanwalt Gert-Holger Willanzheimer stimmte dem Vorschlag zu. Die Berufung wurde von beiden Seiten zurückgezogen. Der 23-Jährige, der bereits seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, wird nun seine eigentliche Haftstrafe antreten.

Der Vorsitzende Richter Dr. Thomas Wolf ermahnte den Angeklagten, die Zeit im Gefängnis sinnvoll zu nutzen. Schon während der ersten Verhandlung stand eine psychologische Begutachtung des Mannes im Raum. Er habe fest vor, entsprechende Angebote des Strafvollzugs in Anspruch zu nehmen, betonte der Angeklagte.

von Ina Tannert

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