In Hainaer Gemeindeverwaltung ist Mundart fast Amtssprache

Bürgermeister Backhaus

Frankenberger Land. Während immer weniger Menschen im Frankenbeger Land die heimische Mundart sprechen, ist das Platt in der Gemeinde Haina-Kloster sogar fast Amtssprache. Bürgermeister Rudolf Backhaus und sein Büroleiter Kurt Hecker unterhalten sich fast ausschließlich in ihrem Löhlbacher Heimatdialekt.

„Woss hummo bes jez vokimmelt?“, fragt zum Beispiel der Bürgemeister, wenn er wissen will, wie die Ausgabensituation der Gemeinde aussieht. Und er warnt: „Mer mörren nür sän, däss de Schose net därrer wärd, wie morsch verharren." Übersetzt: "Wir müssen aber sehen, dass wir im kakulierten Kostenrahmen bleiben." „Ich bin zweisprachig aufgewachsen“, schildert Backhaus. „Zuerst habe ich das Löhlbacher Platt gelernt und später in der Schule als erste Fremdsprache Hochdeutsch hinzugenommen.“ In seinem Bekanntenkreis und in vielen Dörfern seiner Gemeinde spricht er mit den Menschen Platt – soweit sie es verstehen können.

Und bei der 800-Jahr-Feier in Battenhausen hat er sogar eine Festrede im Dialekt gehalten. Das war gut angekommen. Eine Ansprache in Allendorfer Mundart hat sein Kollege Claus Junghenn zwar noch nicht gehalten, würde es sich aber zutrauen, wie er der HNA schildert. Er wuchs mit Landwirtschaft und drei Generationen in einem Haus auf. Eltern und Großeltern unterhielten sich auf Platt, mit ihm wurde aber Hochdeutsch geredet. „Ich kann die Mundart verstehen und auch sprechen, wobei das Platt nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, wie bei denen, die es von Kind auf gesprochen haben“, sagt er.

Backhaus und Junghenn sind die beiden einzigen Bürgermeister im Frankenberger Land, die mit ihren Bürgern ohne Probleme in deren Dialekt reden können. (mab)

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Quelle: HNA

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