Theatergruppe überzeugte Publikum mit neuem Stück und guten Ideen

Halbnackt im Fell

Bis aufs Blut: Anett Michel (links) muss als Bürgermeister-Magd Lina in dem Stück „Zwei wie Hund und Katz“ ganz schön leiden, Haushälterin Hedwig (Ulrike Alt) kümmert sich um die Nachbarin.

Laisa. Wer die Aufführungen der Laisaer Theatergruppe besuchte, bekam am Eingang ein Fläschchen Johannes-Wasser. „Weckt selbst tot geglaubte Lebensgeister“, stand auf dem Etikett des Hochprozentigen. So weit musste es in dem Stück „Zwei wie Hund und Katz“ nicht kommen, doch auch auf der Bühne entfaltete das nach „Bürgermeister Johannes Meier“ benannte Heilwasser seine Wirkung.

Das zehnte Stück der Schmagaukesbande, wie sich die Laisaer Theatergruppe nennt, war wieder Theater mit tollen Typen, vielen Lachern und kleinen Anspielungen auf das Dorfleben, von denen man sich mehr wünschte. Da es dem Publikum im Dorftheater mehr auf die Schauspieler als auf die Handlung ankommt und zudem am kommenden Wochenende drei weitere Aufführungen auf dem Spielplan stehen, sei zu der Geschichte hier nur so viel verraten: Der Bürgermeister und der Pfarrer eines kleinen Ortes sind erbitterte Feinde. Der eine wirft dem Bürgermeister vor, sich ein Denkmal gebaut zu haben, der andere dem Pfarrer, seinen Urlaub aus der Kirchenkollekte bezahlt zu haben. Als plötzlich Heilwasser aus der Statue des Bürgermeisters kommt, werden beide dicke Freunde – Geschäftsfreunde. Dass das nicht bis zum Ende so bleibt, ist ja selbstverständlich für einen solchen Schwank.

Mit 14 Darstellern (siehe Hintergrund) brachte die Schmagaukesbande diesmal so viele Akteure auf die Bühne wie bisher bei keinem anderen Stück seit ihrer Premiere im Jahr 2000. Neu zum Ensemble gehören Uwe Schenk und Michael Paulus, die als sprüche-klopfender Feuerwehrmann Gustav und einfallsreicher Bürgermeister-Vater Wilhelm tolle Bereicherungen waren.

Betrunkener Regierungsrat

Obwohl nur in einer Nebenrolle, gehörte vor allem Anett Michel als naive Magd Lina zu den Lieblingen der Zuschauer. Gut, dass sie in der ersten Szene doch nicht geköpft wurde. Und bei seinem Kurzauftritt brillierte Jörg Timmermann als betrunkener Regierungsrat. Er teilte sich diese Rolle übrigens mit Dietmar Alt: Jeder spielt in drei der sechs Aufführungen mit.

Wie so oft gab es für den „Trottel“ des Stücks die meisten Sympathien: Dieter Kaiser spielte „Knutchen“, der für seine Frau Klothilde (Karin Schneider) nur als Kofferträger gut war und zunächst mehr jammerte als sprach, aber später mutig und halbnackt im Hirschfell auf die Bühne sprang.

Auch für das Bühnenbild hatte sich die Theatergruppe etwas Tolles einfallen lassen: ein riesiges Foto, das die Laisaer Dorfmitte mit Heimatmuseum und Kirche zeigt. Dass Michael Grings als italienischer Opernstar Giuseppe Parmesani in der Premiere am Freitagabend der angeklebte Bart abfiel, war angesichts der gelungenen Aufführung kein Problem. (zpd) Weitere Fotos vom Theater in Laisa finden Sie unter www.hna.de/frankenberg

Quelle: HNA

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