Mitarbeiter werden gesucht

Pannen im Hallenbad Korbach: Wiedereröffnung "in heißer Phase"

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Flugrost am Beckenkopf: Schon wenige Wochen nach Eröffnung fanden sich Korrosionserscheinungen im Korbacher Hallenbad. 

Korbach. Die Stellen sind ausgeschrieben, die Vorstellungsgespräche für die kommenden Wochen geplant. Doch einen Termin für die Wiedereröffnung des Hallenbades gibt es nicht.

Für das Korbacher Hallenbad sucht die Bäderbetriebsgesellschaft neue Mitarbeiter: Fachangestellte für Bäderbetriebe, Rettungsschwimmer, Reinigungskräfte und Masseure.  Die juristischen Auseinandersetzungen um Mängel und Haftungsfragen sind noch immer nicht abgeschlossen. „Wir sind derzeit in der heißen Phase“, sagt Bäderchef Wolfgang Wilhelm, „ich habe aber die Hoffnung, dass sich der Knoten lösen wird.“

Dazu beigetragen habe eine neue Gesprächskultur: „Die Fronten waren verhärtet, aber wir reden wieder miteinander“, sagt Wilhelm. Zuvor hätten die einzelnen Parteien nur schriftlich über Anwälte miteinander kommuniziert. Er stehe mit allen beteiligten Firmen und dem Generalplaner in Kontakt. „Auch mit der EWF gibt es eine produktive Zusammenarbeit“, so der Bäderchef. Ob sich eine außergerichtliche Einigung anbahnt, wollte Wilhelm nicht kommentieren: „Zum Stand des Verfahrens möchte ich derzeit nichts sagen.“

Einen Monat nach der Eröffnung musste das Korbacher Hallenbad im April 2012 wieder geschlossen werden. Grund waren Keime im Trinkwasser, das in Duschen, Handwaschbecken und Toiletten fließt. Anschließend stellte die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) als damaliger Badbetreiber weitere Mängel fest - unter anderem Flugrost an den Edelstahlbecken, rutschige Fliesen oder fehlende Abflüsse in den Umkleiden.

Gerichtlich bestellte Gutachter sollten in der Folge die Mängel dokumentieren. „Fast alle Gutachten sind fertig, nur das Edelstahlgutachten steht noch aus“, erklärt Wilhelm. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass Anfang November die ersten Mängel beseitigt werden können, die bislang aufgrund der Beweissicherung unangetastet bleiben mussten.

Insgesamt sei der bauliche Aufwand relativ gering, so dass die sicherheitsrelevanten Arbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen sein könnten. Die übrigen Reparaturen sollen auf die Sommerpause 2016 verschoben werden. Unter anderem müssen vor der Eröffnung die Wasserleitungen desinfiziert werden, um einer erneuten Keimbelastung vorzubeugen. Statt Chlorbleiche wie vor drei Jahren soll diesmal das schärfere Chlordioxid verwendet werden. Aufwändiger werden wohl auch die Arbeiten an den Fliesen. „Wir prüfen noch, was sinnvoll ist“, sagt Wilhelm. Für die Umkleiden sei geplant, Entwässerungsrinnen statt Abflüsse anzubringen.

Bereits in den vergangenen Tagen sind die turnusgemäßen Wartungsarbeiten an der Badtechnik abgeschlossen worden, die auch bei Normalbetrieb fällig gewesen wären. „Wir hatten mehr als 20 Gewerke im Haus“, sagt Wilhelm. Der Bäderchef zeigt sich zuversichtlich: „Ich hoffe immer noch, dass wir den Korbachern in diesem Jahr ein Weihnachtsgeschenk machen können.“ (lb)

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Quelle: HNA

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