Frankenberger spielt im Kinderstück mit

Hallenberger Freilichtbühne eröffnet Saison

Der Herr der Diebe (stehend, Zweiter von links) und seine Bande: Das Kinderstück nach dem Roman von Cornelia Funke feiert am Sonntagnachmittag Premiere auf der Hallenberger Freilichtbühne.Fotos: pr

Hallenberg/Frankenberg - Am Sonntag, 1. Juni, beginnt auf der Hallenberger Freilichtbühne mit dem Kinderstück „Herr der Diebe“ die Theatersaison. Mit dabei ist dann als Darsteller auch der Frankenberger Hubert Kunick.

Akrobatik, Jonglage, Tänze. Opulente Kostüme, bunte Masken und mittendrin eine diebische Kinderbande. Die Darsteller der Hallenberger Freilichtbühne eröffnen morgen um 15.30 Uhr die Theatersaison unter freiem Himmel - und sie entführen die Zuschauer in den Karneval von Venedig. Aufgeführt wird das Kinderstück „Herr der Diebe“ nach dem Roman von Cornelia Funke.

„Es wird ein total spannendes Abenteuer. Die sieben Hauptdarsteller sind eine tolle Bande“, kündigt Regisseurin Dorothee Hollender an. Neben den jungen Darstellern wird am Sonntag auch der 59-jährige Frankenberger Hubert Kunick auf der Bühne stehen. Er spielt seit vier Jahren in Hallenberg mit. Eröffnet wird das Stück durch Landrat Dr. Reinhard Kubat.

Von Graf und Detektiv

In „Herr der Diebe“ geht es um Bo (Bastian Briel) und seinen älteren Bruder Prosper (Noah Cappel), die vor ihrer Tante nach Venedig geflüchtet sind. Von der Faszination dieser Stadt hatte ihnen ihre verstorbene Mutter erzählt. Und eben jene Faszination wollen die zahlreichen Darsteller ab Sonntag bis Anfang September auf die große Bühne bringen.

Bo und Prosper schließen sich einer Kinderbande um deren Anführer, den Herrn der Diebe Scipio (Laura Handloicke), an. Scipio sorgt mit seinen Diebstählen für die Gruppe. Dann taucht ein alter Graf auf, gespielt von Hubert Kunick, der den Auftrag erteilt, ihm einen besonderen hölzernen Flügel zu besorgen. Für die Brüder und die anderen Mitglieder der Bande beginnt ein spannendes Abenteuer mitten im Karneval von Venedig. Dabei müssen Bo und Prosper auch aufpassen, nicht vom Detektiv Victor Getz erwischt zu werden, den ihre Tante entsandt hat.

„Kinder nehmen viel mit“

Seit März laufen die Proben des großen Ensembles, rund 30 Erwachsene und 50 Kinder oder Jugendliche treten in dem Stück auf. Diese Vielzahl sorgt für besondere Bilder und Choreografien auf der Freilichtbühne. Mit Trainern einstudierte Tänze und Akrobatik-Nummern nehmen den Zuschauer mit vom Sauerland direkt nach Venedig. Allein die „Harlekinos“ führen ihre Kunststücke mit bis zu 30 Darstellern auf.

„Die Beteiligten haben einen hohen Anspruch und doch ist alles sehr familiär“, sagt Regisseurin Dorothee Hollender über die Arbeit mit den Akteuren der Hallenberger Freilichtbühne. Dort läuft alles ehrenamtlich - abgesehen von den professionellen Regisseuren. Die jüngsten Kinder stehen bereits mit drei Jahren auf der Bühne, meist gemeinsam mit ihren Eltern, teilweise aber auch mit den Großeltern.

Hollender leitet im vierten Jahr das Kinderstück, so lange ist auch der Frankenberger Hubert Kunick mit von der Partie. Dabei waren die Berührungspunkte zum Theater vorher eher gering. Schon früh besuchte er zwar mit seinen Kindern die Aufführungen in Hallenberg. Doch selbst vor dem großen Publikum aufzutreten - der Gedanke war ihm da noch fremd. „Aber die Kinderstücke waren immer sehr eindrucksvoll“, erinnert sich Kunick. Und so überredete den ehemaligen Soldaten ein Kollege, für eine Rolle im Stück „Jim Knopf“ vorzusprechen. Seitdem ist er dabei.

Zwar habe er durch das Halten von Vorträgen bei der Bundeswehr gelernt, vor einem größeren Publikum zu sprechen, doch die ersten Auftritte auf den Brettern, die die Welt bedeuten, seien dann doch noch mal etwas anderes gewesen. „Eigentlich gilt ja die Regel, dass vor Auftritten kein Alkohol getrunken wird. Aber im ersten Jahr hat man vorher doch mal einen Kurzen gegen die Aufregung getrunken“, sagt Kunick mit einem Schmunzeln. Doch die Routine hilft auch da, im vergangenen Jahr hatte der 59-Jährige bei „Wickie und die starken Männer“ zwei Solo-Gesangsauftritte. Dort kam ihm auch seine Mitgliedschaft im Gospelchor zugute.

Die intensive Zeit der Proben in den vergangenen zwei Wochen bezeichnet Hubert Kunick als anstrengend. Er bewundere dabei die Leistung der Kinder, die auch schon mal laut sein könnten. „Man nimmt ein ungemeines Selbstbewusstsein mit, wenn man sich vor so vielen Leute präsentiert. Das gibt den Kindern viel.“ Viel Wert werde in Hallenberg auch auf die Gemeinschaft gelegt. Kunick ist nicht nur als Darsteller tätig, sondern auch im Bühnenbau- und Technik-Team.

Spieltermine

Karten kosten für den ersten Rang zwölf Euro (für Kinder fünf Euro), für den zweiten Rang neun Euro (für Kinder 4,50 Euro). Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 14 Jahre gibt es für 25 Euro. Schüler, Studenten und Behinderte zahlen neun Euro. Karten gibt es an der Tageskasse ab zwei Stunden vor der Aufführung oder im Internet unter www.freilichtbuehne-hallenberg.de (tt)

Sonntag, 1. Juni 15.30 Uhr
Samstag, 7. Juni 15.30 Uhr
Dienstag, 17. Juni 9.30 Uhr
Sonntag, 22. Juni 15.30 Uhr
Dienstag, 24. Juni 9.30 Uhr
Donnerstag, 3. Juli 9.30 Uhr
Sonntag, 6. Juli 15.30 Uhr
Donnerstag, 17. Juli 9.30 Uhr
Samstag, 19. Juli, 15.30 Uhr
Mittwoch, 23.Juli 17 Uhr
Samstag, 16. August 15 Uhr
Donnerstag, 21. August 17 Uhr
Sonntag, 24. August 15.30 Uhr
Freitag, 29. August 20 Uhr
Sonntag, 31. August 15.30 Uhr
Samstag, 6. September 17 Uhr

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