Frank Grothe ist seit einem Jahr Geschäftsführer

"Hammer" weiter auf Wachstumskurs

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Hammer

Hatzfeld-Reddighausen - Frank Grote fühlt sich wohl auf dem "Reddighäuser Hammer", wie die Firma Frank Walz- und Schmiedetechnik im Volksmund genannt wird. Am 15. Oktober 2011, vor fast genau einem Jahr, trat er seinen ersten Arbeitstag an. Er war Nachfolger von Andreas Mosler, der nach vier Jahren als Geschäftsführer gekündigt hatte.

Eingelebt habe er sich schnell, sagt Frank Grote. „Die Leute auf dem Hammer sind sehr offen. Ich war vorher im Bergischen, das ist ein ähnlicher Menschenschlag.“ Zudem möge er die „direkte Kommunikation“.

In Fertigung, Logistik und Vertrieb will er den Standort in Reddighausen, wo seit 176 Jahren Stahlteile hergestellt werden, weiterentwickeln. „Die Landtechnik ist noch immer eine Zukunftsbranche. Lebensmittel werden immer gebraucht.“ Und auch für die Ernte von Energiepflanzen werden die landwirtschaftliche Maschinen benötigt, die in Europa meist mit Verschleißteilen des „Hammers“ ausgestattet sind.

Die Landwirtschaft werde immer professioneller. „Der Kundenkreis weiß qualitativ hochwertige Ersatzteile zu schätzen. Das sind alles Produkte, die von uns kommen.“ Der Markt unterliege keinen Schwankungen. „Wir haben keine Krise am Absatz gespürt und sind kontinuierlich gewachsen.“

Einer der wichtigsten Märkte neben Deutschland ist Osteuropa, wo die Firma seit zehn Jahren eine Vertriebsgesellschaft betreibt. Der deutsche Markt sei vor allem interessant, weil in der Bundesrepublik die größten Landmaschinenhersteller ansässig sind: Der Reddighäuser Hammer beliefert sie als Erstausrüster. Es gebe nicht viele Hersteller mit einer Bandbreite wie der Reddighäuser Hammer, sagt Frank Grote. „In Europa sind wir die einzigen, die dieses Spektrum darstellen.“

Wachstumschancen böten sich noch auf dem französischen Markt. Die Produktionszahlen seien konstant, der Umsatz steige aber, weil die Kunden mehr Wert auf qualitativ hochwertige Produkte legen würden. Sukzessive ausgebaut werden solle die Herstellung von Ersatzteilen für die Bauindustrie.

Einfachere Teile werden in Ungarn hergestellt, wo der Standort ausgebaut wurde. Auch in Reddighausen hat die Muttergesellschaft Gesco in den vergangenen Jahren immer wieder investiert. In den Jahren 2013 und 2014 sollen die Fertigungslogistik und der Zuschnitt auf den neuen Stand gebracht werden. „Wir werden auch die Kapazitäten in der Konstruktion, Forschung und Entwicklung ausbauen.“ Verbunden sei das unter anderem mit dem Kauf neuer Maschinen und dem Bau neuer Hallen. Neue Arbeitsplätze seien damit allerdings nicht zwangsläufig verbunden - wenngleich das Thema Personal für Frank Grote nicht unbedeutend ist.

„Wir haben praktisch keine Fluktuation durch Abwanderung, lediglich durch die Rente“, sagt der Geschäftsführer. Und die soll durch Auszubildende ausgeglichen werden. Mitarbeiter werden zudem weitergebildet. Außerdem beteiligt sich das Unternehmen am Projekt „Leben und Arbeiten in Waldeck-Frankenberg“.

Ohnehin sei es schwer, von außerhalb Menschen in die Region zu holen - wenngleich nicht unmöglich, sagt Grote, der mit seiner Familie in Marburg lebt und zwischen der Universitätsstadt und Reddighausen pendelt. „Man ist überrascht, dass mitten in der Natur ein solches Unternehmen platziert ist“, erinnert er sich an seinen ersten Besuch in Reddighausen. Doch ein mittelständisches Unternehmen wie die Firma Frank biete auch „eine Menge Möglichkeiten, etwas zu bewegen“.

Doch es sei ein großes Pfund, dass die Mitarbeiter fest mit dem Unternehmen verbunden seien, „oft seit Generationen“, sagt Dr. Frank Grote. „Die leben das.“ Frank Walz- und Schmiedetechnik beschäftigt insgesamt 300 Mitarbeiter, davon 168 in Reddighausen.

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