Frankenberg: Konzert des Heeresmusikkorps 2

Von Harry Belafonte bis Wilhelm Tell

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Das Heeresmusikkorps 2 aus Kassel spielte am Donnerstag auf Einladung der Frankenberger Reservistenkameradschaft in der Ederberglandhalle. Der Erlös kommt der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg zu Gute.

Frankenberg - Es ist das einzige Militärorchester in Hessen und hat auch die jüngste Bundeswehr-Strukturreform unbeschadet überstanden: Das Heeresmusikkorps 2 zeigte dem Publikum am Donnerstag, wie vielfältig Blasmusik sein kann.

Ein Abend mit einem hervorragenden Blasorchester und der Ausblick auf ein abwechslungsreiches Konzert, das noch dazu einem guten Zweck dient, lockte am Donnerstagabend nur rund 200 Besucher in die Ederberglandhalle. Veranstalterin war die Frankenberger Reservistenkameradschaft, in deren Namen Harald Rudolph die Besucher begrüßte. Der Erlös des Konzerts kommt der Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg zu Gute.

Bundeswehrmusiker können mehr als „nur“ Märsche - diese Erkenntnis hat sich dank zahlreicher Auftritte verschiedener Orchester längst herumgesprochen. Und so war auch das jüngste Gastspiel der Musiker unter der Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka ein Beispiel für die Vielfalt sinfonischer Blasmusik - mit kleinen Abstrichen: Auf originale Blasorchesterkompositionen, die alle Facetten eines sinfonisch besetzten Musikkorps zur Geltung bringen, verzichtete Kiauka an diesem Abend und ließ stattdessen klangvolle Bearbeitungen klassischer Werke spielen: So das Andante und Rondo aus dem Flötenkonzert op. 25 von Franz und Karl Doppler, das der österreichische Komponist Fritz Neuböck für sinfonisches Blasorchester arrangiert hatte. Das Duett spielten die beiden Hauptfeldwebel Anika Hanses und Thomas Nixdorf.

Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ hatte das Musikkorps erst vergangene Woche bei einem Gastspiel in England aufgeführt, am Donnerstag stand das Werk auf dem Programm in Frankenberg.

Oberfeldwebel Jan Schröter spielte das „galoppierende“ Xylophon bei Rossinis „Wilhelm Tell, bevor das Orchester mit der Ouvertüre Solennelle 1812 von Peter Tschaikowski das Hauptwerk des ersten Teils spielte und dabei dann doch die gesamte Klangvielfalt und Virtuosität des Musikkorps zur Geltung brachte. Das Werk soll den Sieg Russlands in den napoleonischen Kriegen 1812 darstellen - inklusive Glockengeläut und musikalischem „Feuerwerk".

Im zweiten Teil stand die leichte Muse im Mittelpunkt. Von einem Harry-Belafonte-Medley über einen quirligen „Devil‘s Rag“ mit Oberfeldwebel Lisa Hitzing am Alt-Saxophon bis zu einem Medley unter dem Titel „ZDF-Hitparade“, bei dem wieder einmal der charismatische Bass-Posaunist Stabsfeldwebel Udo Seifert zum Mikrofon griff. Er schlüpfte mit Perücken und Verkleidung in die Rollen verschiedener Schlagerstars von Jürgen Drews über Drafi Deutscher bis Katja Ebstein.

Märsche wurden natürlich auch gespielt. Dabei ging Reinhard Kiauka kein Risiko ein und beschränkte sich auf überaus bekannte Klänge im Zwei-Viertel-Takt: Das Heeresmusikkorps eröffnete das Konzert mit dem Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen und schloss den ersten Teil mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch.

Der zweite Teil startete mit Julius Fuciks „Die Regimentskinder“. Die Zugaben bestanden aus dem „Radetzky-Marsch“ und den unvermeidlichen „Alten Kameraden“, die Kiauka dem Vorsitzenden der Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg, Oberst a.D. Jürgen Damm, widmete.

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