Hatzfelder Firma bohrt für Erdwärme erstmals 350 Meter tief

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Spezialisten: Bohrgeräteführer Christoph Wenzel (links) und Bohr-Facharbeiter Dirk Achenbach bedienen die Maschine, mit der sie bis Freitag 350 Meter tief in die Erde bohren wollen. Dafür werden immer wieder je drei Meter lange Rohrstücke nachgeführt. Fotos:  Paulus

Hatzfeld. „So tief haben wir noch nie gebohrt“, sagt Günter Glöser. 350 Meter in die Erde will das Team der Hatzfelder Firma Geo-Bohrtechnik in dieser Woche bohren, um Erdwärme für ein Wohnhaus nach oben zu fördern. Normal würden 100 Meter reichen. Doch die Spezialisten aus Hatzfeld haben neue Ideen.

Nun hat das Geo-Bohrtechnik-Team mit der Bohrung vor dem Haus in der Torstraße 16 begonnen. „Die ersten 100 Meter schaffen wir in drei bis vier Stunden“, sagte Geschäftsführer Günter Glöser, bevor es losging. „Für die zweiten 100 Meter brauchen wir die doppelte Zeit. Und bei den dritten 100 Metern wissen wir es nicht.“ Denn das tiefste, was die Hatzfelder bisher gebohrt haben, waren 235 Meter.

Glöser erläutert, warum es diesmal deutlich tiefer gehen soll: Neben dem normalen Kreislauf für den Heizbetrieb des Wohnhauses soll ein zweiter Wärmekreislauf dafür sorgen, dass der Hof vor dem Haus im Winter schnee- und eisfrei bleibt. Dafür sollen unter der Hoffläche Heizleitungen verlegt werden - wie sonst im Wohnhaus unter Parkett, Fliesen und Teppich.

Die ungestörte Untergrundtemperatur in 350 Metern Tiefe liegt bei etwa plus 20 Grad. Von dort unten werden über die Erdwärmesonde 17,5 Kilowatt aus der Erde geholt, mit 15 Grad im Schnitt. „Das ist ein Wort“, ist Glöser selbst begeistert. Die Firma, die er zusammen mit Nicolai Weber führt, ist die einzige in Waldeck-Frankenberg, die Erdwärme-Bohrungen anbietet.

Hier finden Sie Videos mit Informationen zum Thema Erdwärme.

Von Jörg Paulus

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Quelle: HNA

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