Hausfrauenverein Altenlotheim wird 50: "Bei uns ist jeder willkommen"

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Haben innerhalb des Hausfrauenvereins viel zu tun: (von links) Marlies Knoche zeigt anhand einer Hacke, dass der Verein auch Gärten und Beete pflegt. Iris Tausch präsentiert das im Hausfrauenverein entstandene Backbuch und Ursel Schäfer hält einen Besen als Symbol für Sauberkeits-Maßnahmen im Dorf in den Händen.

Frankenau. In einer Woche feiert der Hausfrauenverein Altenlotheim sein 50-jähriges Bestehen. Wer denkt, dass sich der Verein nur mit Themen rund um den Haushalt beschäftigt, täuscht sich.

Die Gründungsmitglieder Iris Tausch, Marlies Knoche und die ein Jahr nach der Gründung eingetretene Ursel Schäfer berichten über die vielen Facetten des Vereins.

Wer das Wort „Hausfrauenverein“ hört, denkt oft an Begriffe wie „Kindererziehung“, „Putzen“ oder „Stricken“. Ist das zu kurz gedacht? 

Iris Tausch: Auf jeden Fall. Schon alleine die Entstehung des Hausfrauenvereins zeigt, das sich dahinter viel, viel mehr verbirgt. 1965 hat unser damalige Bürgermeister Menschen aus dem Ort gesucht, die bei der Verschönerung des Dorfes mithelfen. Es ging unter anderem um die Pflege und Instandhaltung der Blumenbeete, aber auch um viele andere Arbeiten, die dazu beitrugen, dass Altenlotheim attraktiver wurde. Diese Idee gefiel einigen Frauen, die daraufhin den Hausfrauenverein aus der Taufe hoben.

Marlies Knoche: Über die vielen Jahrzehnte hinweg haben wir zudem stets darauf geachtet, dass wir uns einmal im Monat zu Vorträgen, Wanderungen, Ausflügen oder kreativen Abenden treffen. Das machen wir heute immer noch. Wir treffen uns darüber hinaus in jahreszeitlichen Abständen zu gemütlichen Grillabenden oder zum Zwiebelkuchenessen. Der Hausfrauenverein organisiert auch Altennachmittage, pflegt heute immer noch Blumenbeete, wirkt mit bei Dorffesten und repräsentiert unseren Ort durch seine Teilnahme an Festzügen oder anderen Veranstaltungen in den Nachbarorten.

Welche Aspekte stehen bei den kreativen Abenden und den Ausflügen im Mittelpunkt? 

Marlies Knoche: Bei den Treffen am Abend geht es in der Tat auch um hauswirtschaftliche Themen. Im Mittelpunkt stehen oft gesunde Ernährung, die Zubereitung bestimmter Nahrungsmittel, Gesundheit im Allgemeinen oder Kosmetik. Unsere Ausflüge sind häufig verbunden mit Besichtigungen von Betrieben aus der Nahrungsmittelindustrie und dem Handwerk. Aber wir besuchen auch gerne kulturelle Güter.

Sind es denn tatsächlich überwiegend Hausfrauen, die dem Verein angehören? 

Ursel Schäfer: Am Anfang waren es tatsächlich vornehmlich Hausfrauen, die dem Verein beigetreten sind. Die Frauen waren mit der Erziehung der Kinder beschäftigt und daheim im Haushalt tätig.

Iris Tausch: Als der Verein gegründet wurde, war das eine schöne Möglichkeit, sich auch außerhalb der eigenen vier Wände zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Zu damaliger Zeit hatte auch noch nicht jeder einen Führerschein und es war nicht ganz leicht, irgendwo hin zu kommen. Daher war das Angebot mit dem Hausfrauenverein vor der Tür optimal.

Marlies Knoche: Wir waren von Anfang an aber auch immer offen für Frauen, die berufstätig sind. Und im Laufe der Jahre hat sich die Zahl der Berufstätigen in unserem Verein ja auch ständig erhöht. In der heutigen Zeit wollen einfach mehr Frauen einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Dann müssten Sie ja keine Probleme haben, um neue Mitglieder zu gewinnen, wenn Ihr Verein auch offen für Nicht-Hausfrauen ist, oder? 

Iris Tausch: Das ist auch so. Wir haben eine intakte Mitgliederstruktur. Gerade in den zurückliegenden Jahren haben wir viele junge Frauen hinzugewonnen, von denen die meisten einer geregelten Arbeit nachgehen. Jeder ist bei uns willkommen, ob berufstätig oder nicht.

Sprechen Sie innerhalb des Hausfrauenvereins trotzdem auch mal über ganz alltägliche, hauswirtschaftliche Themen? 

Marlies Knoche: Ja, das kommt vor. Wir tauschen Rezepte aus und geben uns gegenseitig Back-Tipps oder sprechen über andere hilfreiche Techniken im Haushalt. Eines stellen wir zudem immer wieder fest: Bei den jüngeren Frauen in unserem Verein, die berufstätig sind, sind daheim die Rollen nicht mehr klar verteilt. Da hilft der Mann auch im Haushalt mit, das war bei uns älteren Frauen damals ein bisschen anders.

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Quelle: HNA

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