Mann aus dem oberen Edertal wegen Körperverletzung und Vergewaltigung vor Gericht

"Heftige Schläge waren Standard"

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Ein 24-jähriger Mann aus dem oberen Edertal soll seine ehemalige Freundin mehrfach geschlagen und in einem Fall vergewaltigt haben. Seit gestern muss er sich dafür vor dem Marburger Amtsgericht verantworten.Foto: Jan-Philipp Strobel

Marburg - Weil er seine Freundin über Jahre hinweg attackiert, misshandelt und einmal zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll, muss sich ein Mann aus dem oberen Edertal unter anderem wegen Vergewaltigung vor dem Marburger Amtsgericht verantworten. Der Beschuldigte schweigt bislang zu den Vorwürfen

Rund zwei Jahre lang führte der heute 24-jährige Angeklagte mit seiner gleichaltrigen Freundin eine unstete, von Auseinandersetzungen und mutmaßlichen Übergriffen geprägte Beziehung. Mehrfach soll er sie massiv angegriffen, beleidigt, geschlagen und in einem Fall zum Sex gezwungen haben.

Insgesamt vier Vorwürfe - Vergewaltigung, Körperverletzung, Nötigung sowie Bedrohung - erhob die Marburger Staatsanwaltschaft zum Prozessauftakt am Mittwoch gegen den Beschuldigten. In den Jahren 2011 und 2012 kam es laut Anklage zwischen dem Paar zu zahlreichen Streitigkeiten und Anfeindungen. Immer wieder schlug aufkeimende Eifersucht in körperliche Attacken des Angeklagten gegen die ehemalige Lebensgefährtin um. Mehrfach soll er ihr ins Gesicht geschlagen, sie brutal gestoßen, an den Haaren zu Boden gerissen und auf die am Boden liegende Frau eingetreten haben, so die Anklage.

Im Jahr 2012 soll der Beschuldigte die 24-Jährige in der Wohnung seiner Familie zum Geschlechtsverkehr aufgefordert haben. Als sie dies ablehnte, soll er sie gepackt, an den Armen festgehalten und mit den Worten, sie „solle sich nicht so anstellen“ gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr vollzogen haben. Darüber hinaus soll ihr der Lebensgefährte gedroht haben, er würde sie umbringen, wenn sie in Kontakt mit anderen Männern trete.

Während der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Die Geschädigte und Nebenklägerin berichtete von einer unsteten, immer wieder von gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägten Beziehung. Die regelmäßig aufkeimenden Streitereien wurden stets von wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen beider Seiten begleitet, heftige Schläge folgten. „Das war Standard“, sagte die aufgewühlte Geschädigte am Mittwoch vor Gericht.

Für den folgenden Verhandlungstermin sollen weitere Zeugen, unter anderem mehrere Ärzte der Geschädigten vor Gericht gehört werden. Die Verhandlung wird am Montag, 19. Januar fortgesetzt.

Mehr über die Gerichtsverhandlung mit Aussagen der Kriminalbeamten und des Verteidigers lesen Sie in der Frankenberger Zeitung von Donnerstag, 15. Januar.

Von Ina Tannert

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