Tagung der Delegierten der 18 Zweigvereine des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde

Heimatforscher wollen wiederkommen

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Frankenberg - Der Marburger Geschichtsverein hat trotz mehrerer Schlichtungsversuche beschlossen, sich zum Ende des Jahres als Zweigverein vom Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 Kassel zu trennen und eigenständig zu werden.

Der mit der Trennung verbundene Konflikt beschäftigte die Delegierten aus den 18 Zweigvereinen mit 2300 Mitgliedern, die sich in Frankenberg zu ihrer Hauptausschuss-Sitzung trafen.

Erstmals war der Frankenberger Zweigverein Gastgeber für diese Delegiertentagung der nordhessischen Geschichtsvereine. Im Hotel Ratsschänke hieß Ruth Piro-Klein, stellvertretende Frankenberger Vorsitzende, die Gäste willkommen, unter ihnen Dr. Dirk Richardt (Homberg/Efze), der seit dem 15. Januar in der Nachfolge von Karl-Hermann Wegner den Vorsitz im Kasseler Hauptverein übernommen hat und deshalb erstmals eine Hauptausschuss-Stzung leitete.

Wie Dr. Richardt im Anschluss an die Tagung berichtete, sei der Loslösungsbeschluss des 340 Mitglieder zählenden Marburger Zweigvereins, der seit 1839 zu dem traditionsreichen Verein für hessische Geschichte und Landeskunde gehört, von allen Delegierten mit großem Bedauern, aber auch mit Kritik aufgenommen worden. Es habe schon seit 2009 in dem Marburger Verein vorwiegend aus finanziellen Gründen Vorwürfe gegen den Hauptverein gegeben. Er selbst habe die in der Marburger Jahreshauptversammlung am 24. März beschlossene „widerrechtliche Satzungsänderung“ nicht verhindern können, , erklärte Dr. Richhardt. Diese Art der Abspaltung sei eine Vorgehensweise, die einerseits wenig mit demokratischem Verständnis zu tun habe, andererseits auch rechtlich nicht haltbar sei.

Der in Frankenberg tagende Hauptausschuss verabschiedete deshalb die Empfehlung an den VHG-Hauptvorstand, die Rechtsgrundlage für die aus seiner Sicht einseitige Loslösung des Marburger Geschichtsvereins durch ein Gutachten juristisch prüfen zu lassen.

Ein weiteres brisantes Thema, das die Zweigvereins-Delegierten in Frankenberg zu besprechen hatten, war wegen der angespannten Finanzlage des Gesamtvereins eine als notwendig erachtete Beitragserhöhung ab 2014. In Abstimmung mit den Zweigvereinen müsse noch die Höhe geklärt werden, berichtete Dr. Richard. Derzeit stünden mit 5 oder 7,50 Euro Erhöhung pro Mitglied zwei Varianten zur Diskussion. Außerdem solle eine Strukturkommission eingesetzt werden, die sich mit der Vereinsorganisation des VHG insgesamt befassen werde.

Lobende Worte gab es zum Schluss der Hauptausschuss-Sitzung für die angenehme Tagungsatmosphäre im Zentrum der Frankenberger Altstadt mit dem zehntürmigen Rathaus und für die gute Organisation durch die Frankenberger Gastgeber. Es wurde deshalb in Erwägung gezogen wurde, die nächste Tagung im Juni wieder in Frankenberg stattfinden zu lassen.

Von Jürgen Siegesmund

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