Die heimische Geburtshelferkröte ist bedroht, bekommt jetzt aber neuen Lebensraum

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Im  Bild ein Männchen der Geburtshelferkröte mit Eischnüren.

Dainrode. Schlamm und Schmutz ziehen sich über das felsige Gelände des Grauwacke-Steinbruchs der Firma Mütze. Ideale Bedingungen für die heimische Geburtshelferkröte, die im Laichgewässer lebt.

Der etwa 50 Millimeter kleine Glockenfrosch, wie die Kröte im Volksmund auch genannt wird, ist streng geschützt und doch gefährdet. Wie überall, wo Mensch und Natur aufeinanderprallen, schwindet auch hier ihr Lebensraum.

Aus diesem Grund wurden im Steinbruch des Bauunternehmens Mütze alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ein zehn Hektar großes Gelände für die kleinen Kröten freizuschaufeln.

So konnten zusätzliche Laichgewässer entstehen. "Die Geburtshelferkröte hat sich halten können", sagt Gutachter Harald Nicolay. "Da sie nachtaktiv ist, gibt es fast keine Berührungspunkte mit dem Steinbruch." Tagebaubetreiber Ulrich Mütze pflichtet ihm bei: "Das sind Tümpel, da kommt keiner hin." Konfrontationen könne es nur durch den Transport von Materialien geben.

Das Projekt für die Ansiedlung von Geburtshelferkröten ist ein Baustein im Artenhilfsprogramm für besonders gefährdete Amphibien im Landkreis. "Wir sind immer froh, neue Lebensräume für die Arten zu finden", betont Jens Deutschendorf, Erster Kreisbeigeordneter.

Von Marie-Therese Gewert

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Quelle: HNA

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