Musikerehepaar präsentiert Tänze und Lieder von der iberischen Halbinsel

Heißblütige Rhythmen im Konzert

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Frankenberg - Spanisch, portugiesisch, lateinamerikanisch geht es am Sonntagabend in der Sonne zu: Ab 20 Uhr singen und spielen Esther Lorenz und Peter Kuhz Bolero und Bossa Nova.

Die iberische Halbinsel mit den beiden Ländern Spanien und Portugal ist das Stammland der Musik, die im nächsten Konzert des Kulturrings zu hören ist. Am Sonntag, 7. April, beginnt um 20 Uhr im Hotel „Die Sonne Frankenberg“ ein Musikabend unter dem Titel „Bossa Nova und Bolero“.

Südeuropa und -amerika

Beide Tänze haben ihren Ursprung im Süden Europas und haben sich dort, aber auch in den ehemaligen Kolonien Spaniens und Portugals in Südamerika, weiterentwickelt. Der Bolero entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Spanien aus spontanem Gesang mit Tanz und wurde bald im ganzen Land populär. Seinen Ursprung hat er im andalusischen Cadíz. Er wird von Paaren getanzt, die die Musik der Band mit ihren Kastagnetten begleiten. Er hat nur sehr wenig mit dem gleichnamigen südamerikanischen Musikstil zu tun. Der Bossa Nova hingegen entstand erst anderthalb Jahrhunderte später im portugiesisch-sprachigen Brasilien, ebenfalls als Verbindung von Gesang und Tanz. Als Mitte der 1960er-Jahre das Militär putschte, verließen viele Interpreten dieser damals neuen Musikart das Land, meist in die USA. Seitdem beeinflussten einander der Bossa Nova, der dortige Jazz und die sogenannte Black Music noch mehr. Bolero und Bossa Nova fanden so vor allem in Kuba und in den Vereinigten Staaten ihre Liebhaber, bevor der Siegeszug dieser Musikstile um die Welt antrat und auch in Europa immer mehr Menschen diesen spanisch-portugiesischen Rhythmen lauschten.

Lieder der Sepharden

In der Sonne kommen am Wochenende Kostproben dieser Musik zu Gehör. Die Sängerin Esther Lorenz und der Gitarrist Peter Kuhz interpretieren die heißblütigen Musikstile. Das Duo tritt seit zwölf Jahren gemeinsam auf. In sein Frankenberger Programm hat das Künstlerpaar auch Lieder der Sepharden aufgenommen, eines jüdischen Volksstamms, der im Mittelalter in Spanien lebte.

Alle Gesänge sind in den Originalsprachen zu hören; Esther Lorenz kommentiert und erklärt die Titel. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Jakobi zum Preis von 15 Euro und - soweit vorhanden - ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Von Rainer Pecher

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