Röddenau

Heiße Klänge vertreiben Kälte der Nacht

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Golden Creek Stage 2011 Röddenau Starbax

- Frankenberg-Röddenau (gl). Rock-Fans trotzen dem Wetter: Die zweite Golden Creek Stage lockte am Samstagabend mehr als 250 Besucher auf den Röddenauer Grillplatz. Fünf Bands heizten dem Publikum derartig ein, dass vielen selbst bei acht Grad Außentemperatur der Schweiß auf die Stirn trat.

Ein Hauch von Bratwurst und Pommes wehte über den Acker, dazu die Klänge von Bass, E-Gitarre und Schlagzeug – das „Golden Creek Stage Open Air“ verwandelte den sonst so beschaulichen Grillplatz von Röddenau am Samstagabend in ein Festivalgelände. Zum zweiten Mal veranstaltete die „Golden Creek Crew“ die fast gleichnamige „Golden Creek Stage“ und mehr als 250 Besucher kamen. Das „Heimrecht“ zur Eröffnung der großen Party nutzte die Röddenauer Band „Reptilia“. Sie setzt sich aus Mitgliedern der „Golden Creek Crew“ zusammen und spielte ab 19 Uhr vor einem noch recht übersichtlichen Publikum. Das sollte sich ändern: Trotz geringer Temperaturen füllte sich der Grillplatz zusehends, schon die „Tabacs“ aus Frankenberg hatten deutlich mehr Zuhörer. Die Band war kurzfristig als Ersatz eingesprungen, da eine andere Gruppe ihren Auftritt abgesagt hatte. Die Jungs um Sänger und Gitarrist Maik Garthe ließen es zu Beginn ruhig angehen und steigerten ihr Tempo bis zur krönenden Zugabe, die die ersten Zuschauer dazu verführte zu tanzen.Eine größere Menge tat es den mutigen Pionieren erst zur Musik von „The Bumblebee Masacre“ gleich. Die Band aus Menden in Nordrhein-Westfalen spielte leichten, eingängigen, aber dennoch schnellen Indie-Rock und sorgten mit der Abenddämmerung und der sparsamen, aber ordentlichen Beleuchtung auf dem Grillplatz erstmals für richtige Festival-Atmosphäre. „Es ist total genial hier“, sagte die Band und lobte das Publikum und die „Golden Stage Crew“.

Am Ende härter

Bereits zum zweiten Mal gastierten „The Blackberries“ aus Solingen in Röddenau – wohl ein Hinweis darauf, dass den vier Jungs die Qualität der ersten Auflage im vergangenen Sommer zugesagt hat. Ihr Set begann mit schnellem Pop, legte jedoch rasch einen Gang zu und wurde deutlich härter. „Starbax“ schließlich holte den Hammer hervor und begeisterte das Publikum mit ihrer harten Mischung aus Punk und Rock. Sicherlich als Hauptband des Abend gesetzt, hatten die drei Karlsruher Steffen Bux, Dominik Neumüller und Sebastian Noffz aber bereits mit der sinkenden Zuschauerzahl zu kämpfen: Bei gerade acht Grad hielten viele Besucher insbesondere die Pausen zwischen den Auftritten nicht durch. Wegen der Kälte erfreute sich auch der überdachte Platz rund um die Theke großer Beliebtheit: Wer nicht vor der Bühne tanzte, wärmte sich meist an einem Bierchen und umstehenden Freunden und Rock-Liebhabern. Als gegen ein Uhr die letzten Klänge der Live-Musik verhallten, folgte die After-Show-Party.Mitorganisator Jens Bornscheuer zeigte sich zufrieden: „Wir versuchen, uns langsam zu steigern“. Im vergangenen Jahr hatte das Festival deutlich weniger Besucher angelockt, auch weil zeitgleich in Bottendorf das Jubiläumswochenende stattfand. „Die Bands waren alle positiv überrascht“, sagte Bornscheuer. Von einer dritten Auflage sei auszugehen – ihr ist deutlich mehr als nur acht Grad zu wünschen.

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