Kläranlage in Gemünden

Herz der Anlage

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Präzisionsarbeit: Am Montag wurden zwei Klarwasserdekanter in die neue Kläranlage in Gemünden eingebaut. Sie sind das Herz der Anlage.

Gemünden - Viel Zeit bleibt nicht mehr, doch die Bauarbeiten an der Gemündener Kläranlage liegen im Plan. Ende Oktober soll sie in Betrieb gehen.

Der Neubau der Kläranlage in Gemünden geht in seine „heiße Phase“: Zum Wochenbeginn wurden in die Anlage vor den Toren der Stadt bereits zwei sogenannte Klarwasserdekanter eingebaut - praktisch das Herz der Kläranlage.

Für die Montage musste eigens sogar ein riesiger Kran der Firma Archinal aus Wetter herbeibeordert werden: Er bugsierte die beiden Klarwasserdekanter präzise an die vorgesehenen Positionen. „Ohne einen solchen Kran wäre der Einbau nicht möglich“, sagte Bauleiter Sebastian Muth von der Firma Leda aus Korbach.

Alles war Millimeterarbeit, der Einbau erfolgte punktgenau. Immerhin ist ein Klarwasserdekanter sechs Meter lang, drei Meter hoch und wiegt eineinhalb Tonnen. „Die beiden Dekanter wurden speziell für die Kläranlage in Gemünden gebaut“, erläuterte Holger Wünsch vom Technik-Unternehmen WKS aus Dresden - seine Firma ist für die Technik der Kläranlage verantwortlich. „Ein Klarwasserdekanter kostet etwa 30 000 Euro und ist eine Eigenentwicklung“, berichtete der Ingenieur. Er hat den Dekanter selbst entwickelt: „Das ist mein Patent“.

„Die Klarwasserdekanter dienen zum Abzug des gereinigten Wassers aus dem Becken der Kläranlage“, fasste Gemündens Bürgermeister Frank Gleim die Funktion dieser Technik zusammen. „Das ist die heutige Form der Abwasserbehandlung. Die komplette Reinigung des Wassers findet in einem Becken statt.“ Die Dekanter seien besonders für die letzte Phase der Reinigung wichtig - die Klarwasserphase. Auch der Rathauschef ließ sich den Einbau der modernen Technik nicht entgehen. Von einem Baugerüst aus verfolgte er, wie die beiden Dekanter in die Baustelle schwebten und eingebaut wurden.

Im Frühjahr war Baubeginn. Laut Gleim sind die Bauarbeiten voll im Zeitplan. „Wenn das Wetter mitspielt, soll die Kläranlage nach der technischen Abnahme schon Ende Oktober in Betrieb genommen werden“, sagte er. Die Gesamtkosten der bezifferte er mit 2,5 Millionen Euro, mit der Anlage soll das Abwasser der Einwohner der Kernstadt geklärt werden.

„Wir haben in den nächsten sechs Wochen noch ein strammes Programm“, sagte Bauleiter Muth. Die Anlage des Geländes und der Parkplätze und auch der Straßenbau müssten erst einmal hinten anstehen. „Bis Ende Oktober muss die neue Kläranlage funktionieren.“ Dann soll auch die alte Anlage abgeschaltet werden.

Schon ab nächsten Montag soll es in Gemünden eine weitere Großbaustelle geben: Dann beginnt der Ausbau der Landesstraße 3073, dazu gehört auch die Ortsdurchfahrt in Gemünden.(mjx)

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