Vitos GmbH zieht Jahresbilanz

Hessenweit 13 Forensik-Patienten geflohen

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Die Polizei suchte im vergangenen Jahr in Haina nach einem flüchtigen Forensikpatienten. Archivfoto

Haina (Kloster) - Von den durchschnittlich 736 in Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie untergebrachten Patienten sind im vergangenen Jahr 13 Patienten entwichen oder ausgebrochen. Davon wurden fünf in Haina behandelt.

Hessenweit sind fünf Patienten ausgebrochen, fünf kehrten nicht oder nicht rechtzeitig aus dem Entlassungsurlaub zurück, drei hielten sich während Vollzugslockerungen nicht an die Regeln. Prozentual bedeutet das eine Rate von 1,77 Patienten pro 100 Belegungsfälle. Hessen liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt: Bei einer Datenerhebung im Jahr 2010 mit 14 teilnehmenden Bundesländern lag die durchschnittliche Entweichungsrate laut Vitos bei 2,80 Patienten pro 100 Fälle.

Von den 13 Entweichungen und Ausbrüchen in Hessen ereigneten sich fünf in Haina: Ein Patient brach aus der Klinik aus und wurde nach 20 Stunden von der Polizei zurückgebracht (FZ berichtete ausführlich). Der Ärztliche Direktor Dr. Rüdiger Müller-Isberner versichert: „Unmittelbar nach dem Ausbruch haben wir Baumaßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu gewährleisten.“ Mit der Fachaufsicht im Hessischen Sozialministerium sei der Fall aufgearbeitet worden. Weitere Schritte, die Müller-Isberner aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich erläutert, seien umgesetzt worden. Ein anderer Patient war während eines unbegleiteten Ausgangs entwichen und wurde zwei Stunden später von der Polizei in der Nähe der Klinik aufgegriffen. In dieser Zeit hatte er eine Hose gestohlen.

Ein weiterer Forensik-Patient verließ während eines begleiteten Ausgangs das Klinikgelände. Bereits eine Stunde später wurde er von Pflegern wieder aufgegriffen. Zwei Patienten befanden sich im Entlassungsurlaub und kehrten nicht wie vereinbart an ihren Wohnort zurück. Einer kam nach einem halben Tag, der andere nach zwei Tagen zurück. - In Hadamar brachen im vergangenen Jahr vier Patienten aus der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie aus. Sie waren kurze Zeit später zurück in der Klinik oder wurden in Justizvollzugsanstalten verlegt. Drei von ihnen könnten während ihrer Flucht an einem Bankraub beteiligt gewesen sein. Dazu wurden polizeiliche Ermittlungen eingeleitet. „Die Klinik war ursprünglich nicht für den Maßregelvollzug gebaut worden“, betont Ralf Wolf, Ärztlicher Direktor der Klinik in Hadamar. „Die Patienten gingen mit erheblicher krimineller Energie vor, sodass die Klinik sicherheitstechnisch noch einmal nachgerüstet wurde. Für einen Neubau der forensischen Klinik in Hadamar haben die Bauarbeiten begonnen.(r/apa)

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