"Dolles Dorf"-Finale sorgt für Kritik aus Röddenau

Hessischer Rundfunk entschuldigt sich für technische Pannen

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Frankenberg-Röddenau - Der Frankenberger Stadtteil belegte den vierten Platz. Max Müller, Heike Müller und Claudia George aus Röddenau 
stellen das Ergebnis jedoch in Frage. Der HR betont, dass die Ergebnisse korrekt sind, räumt jedoch technische Pannen ein.

Chaos auf der Bühne, extrem knappe Punktverhältnisse, schwammig definierte Spielregeln: Die drei Röddenauer – und einige mehr – üben Kritik am Ablauf und am Ergebnis des Finales der „Dollen Dörfer“. Eine entsprechende E-Mail haben Max Müller, Heike Müller und Claudia George an den Intendanten des Hessischen Rundfunks, Helmut Reitze geschrieben.

Es geht um vier Punkte, zu denen der HR auf Nachfrage der Frankenberger Zeitung Stellung nimmt:

- Der TED: Durch die Abstimmung sollten höchstens vier Punkte vergeben werden. Für Wichmannshausen wurden vor dem TED 21 Punkte angezeigt, danach hatte das Dorf 26 Punkte. Dennoch stimmt laut HR das Endergebnis: Denn die Punktzahl des Dorfes habe vor dem TED 22 betragen, was von der Moderatorin auch gesagt worden sei. Röddenaus Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse berichtet, dass viele Bürger versucht hatten, für Röddenau anzurufen, die Leitung sei aber oftmals besetzt gewesen. „Das macht uns schon stutzig“. Dazu teilt HR-Pressesprecherin Brigitte Schulz mit: „Das ist ja eine Telekom-Leistung, die wir überhaupt nicht beeinflussen können. Wir können uns nicht vorstellen, dass da Röddenau irgendeine andere Bedingung hatte als die anderen Orte.“

- Das Baumarktspiel: Die Teams, die dabei Gegenstände verlieren, sollten mit Strafsekunden bestraft werden. Stattdessen wies der Moderator das Team auf den verlorenen Besenstiel hin, den die Spieler daraufhin einsammelten. „Wäre das Baumarktspiel korrekt gewertet worden, hätte der Endstand ganz anders ausgesehen“, argumentieren die Kritiker aus Röddenau. Der HR hingegen sieht Jens Kölkers Hinweis nicht als Regelbruch: „Da es alle vier Dörfer geschafft haben, alle zwölf Artikel ins Ziel zu bringen, mussten also regelgerecht auch keine Strafsekunden vergeben werden.“

- Die Organisation: Die Moderatoren hätten irritierende Anweisungen gegeben, Spielregeln seien nicht eingehalten und Ortsnamen verwechselt worden. Dafür entschuldigt sich Brigitte Schulz: „Ja, es gab hier und da kleinere technische Probleme, gerade einmal mit der grafischen Anzeige, die aber von der Moderatorin korrigiert wurden.“ So etwas passiere leider in der Hitze des Gefechts. „Aber alles ist unbeabsichtigt und vor allem: die Ergebnisse waren korrekt“, betont Schulz.

- Die Schätzfrage: Max Müller, Heike Müller und Claudia Müller werfen dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vor, Geilshausen bei der Schätzfrage offensichtlich geholfen zu haben – tatsächlich war zu sehen, wie sich Bouffier, der elf Jahre lang hessischer Minister für Inneres und Sport war, während des Countdowns mit dem Vertreter von Geilshausen unterhält. „Wenn der Ministerpräsident mit einem Kandidaten redet, kann man nicht dazwischengehen“, betont Brigitte Schulz, „zumal wir wirklich davon ausgehen, dass er selbst fair genug ist, dem Ortsvorsteher von Geilshausen kein Ergebnis vorzusagen“.

Während die Empörung bei manchen Röddenauern groß ist, mahnt Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse zu Bedacht und Fairness: „Wenn Fehler passieren, kann man daraus lernen“. Er räumte aber ein, dass viele Röddenauer enttäuscht seien: „Wir hatten uns mehr ausgerechnet, schließlich haben wir zwei Spiele gewonnen. Wir sind nur durch den TED zurückgeworfen worden“. Röse versucht, das Ergebnis mit Humor zu nehmen. „Das sind Spiele. Es gibt Schiedsrichter-Urteile, die nicht so gut sind, aber damit kann man leben. Notfalls werden wir den Onkel Otto einfach Gold spritzen.“

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