Produktion für Porsche, Daimler und Bosch

Hettich baut neue Halle in Frankenberg

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Vertreter von Hettich, von den Baufirmen und aus der Politik haben gestern den Spatenstich für den Neubau einer Produktionshalle in der Frankenberger Vahrenkampstraße gesetzt.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Hettich investiert in den Standort Frankenberg: Mit einer neuen Produktionshalle will das Unternehmen noch stärker in den Bereich des Magnesium-Druckgusses einsteigen und neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Immer leichter müssen viele Gegenstände des Alltags werden - und weil Magnesium rund 30 Prozent leichter ist als Aluminium, werden immer mehr Produkte aus diesem leichten Material hergestellt. Die Firma Hettich hat in Frankenberg daher bereits vor 17 Jahren mit dem Magnesium-Druckguss begonnen. „Wir haben uns damals schon gefragt, ob Magnesium Sinn macht“, sagt Geschäftsführer Uwe Kleemann heute rückblickend. „Aber wir sind froh, dass wir uns mit der Technologie beschäftigt haben.“

Gestern setzten Vertreter aus der Geschäftsführung von Hettich gemeinsam mit Planern, Bürgermeister Rüdiger Heß und dem Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf den Spatenstich für eine neue Halle: Mit dem Bau auf einer Grundfläche von rund 4400 Quadratmetern will das Unternehmen die Produktion im Bereich des Magnesium-Druckgusses ausbauen. Bis Mai 2015 soll die Halle stehen, der Umzug beginnen. Laut Kleemann plant Hettich mit dem vollen Produktionsstart im Oktober 2015. Neue Arbeitsplätze solle dieser Ausbau ebenfalls bringen.

„Gewichtsreduzierungen sind gerade bei Fahrzeugen ein wichtiges Thema“, sagte Dr. Dieter Wirths von der Hettich-Geschäftsleitung beim gestrigen Spatenstich. So produziere das Frankenberger Unternehmen beispielsweise schon für den Porsche Panamera oder Fahrzeuge von Daimler. Gerade Gehäuse von Navigationsgeräten beispielsweise würden immer mehr aus Magnesium hergestellt.

„Der Bereich Leichtbau bietet großes Potential“, sagte Wirths. Das wolle Hettich mit der neuen Produktionshalle ausschöpfen. Das Marktsegment Auto und Elektronik solle ein zweites Standbein neben der Technik für Möbel werden. „Wir haben schon viel in die Entwicklung der Magnesium-Druckguss-Technologie investiert“, sagte Kleemann. Die stetige Entwicklung habe viele Fortschritte, aber auch einige Rückschläge verbucht. Wichtig seien dabei vor allem die Mitarbeiter, die Lösungen suchen und die Technik immer weiter nach vorne bringen. Mit der neuen Halle wolle Hettich auch einige Verarbeitungsschritte der Magnesium-Produkte nach Frankenberg holen und selbst übernehmen.

Bagger und Kräne stehen noch nicht an dem Standort in der Vahrenkampstraße. Bisher kündigt nur ein Schild den Neubau an. Bürgermeister Heß freut sich allerdings schon auf die Maschinen: „Bagger und Kräne sind in einer Stadt etwas sehr wichtiges. Sie zeigen, dass hier das Leben pulsiert und der Wille herrscht, etwas zu tun.“ Für die Stadt sei der Spatenstich ein großer Tag, denn er zeige, dass Hettich zum Standort stehe. Er wies darauf hin, dass bei der Firma erst vor vier Jahren ein Spatenstich gesetzt wurde - „das kann man ja nochmal wiederholen“, sagte er mit einem Augen-zwinkern.

Der Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf sagte, dass der Landkreis froh sei, einen breiten Branchenmix zu haben: „Das macht uns krisenfest“. Derzeit gehe es den heimischen Firmen gut, die Arbeitslosenzahl sei gering. Dabei spiele Hettich für den Landkreis auch eine große Rolle. Die Genehmigung habe der Landkreis gerne begleitet: „Wir verstehen uns auch als Dienstleister für Unternehmen, die hier investieren wollen.“

Mit dem obligatorischen Spatenstich feierten die Mitarbeiter und Politiker den Baubeginn in der Vahrenkampstraße. Außerdem pflanzte das Unternehmen eine Linde, da der Baum laut Wirth 1000 Jahre überstehen könne und so Symbol für die Entwicklung und Nachhaltigkeit der neuen Investition sei.

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