Frankenberg

Hettich entlässt Mitarbeiter

- Frankenberg (jos). Bereits im März dieses Jahres hatte Geschäftsführer Andreas Rehmer Entlassungen nicht ausschließen können. Jetzt hat die Firma Hettich die Konsequenzen aus den Umsatzrückgängen gezogen: Nach WLZ-FZ-Informationen erhielten 26 Mitarbeiter die Kündigung.

Das Druck- und Spritzgusswerk Hettich ist mit knapp 500 Beschäftigten Frankenbergs wichtigster Arbeitgeber und gehört zur international agierenden Hettich-Gruppe, die an 36 Standorten weltweit rund 5800 Mitarbeiter zählt. Bereits Anfang des Jahres hatte die Geschäftsleitung am Standort Frankenberg Kurzarbeit angeordnet. Hatte die Unternehmensgruppe im Jahr 2008 noch den Gesamtumsatz des Vorjahres von 777 Millionen Euro halten können, rutschten die Zahlen am Standort Frankenberg zuletzt offenbar in den Keller. So teilte das Unternehmen gestern mit: „Die im Jahr 2009 von einem nachhaltigen Umsatzrückgang geprägte wirtschaftliche Situation des Hettich Druck- und Spritzgusswerks führt aktuell zu einer Artikelbereinigung.“

Geschäftsführer Uwe Kleemann erklärte auf WLZ-FZ-Nachfrage, dass Produkte mit geringem Umsatz verlagert würden – in Niedriglohnländer. Das wiederum bedinge eine „Anpassung des Personalbestands“ in Frankenberg. Wie vielen Mitarbeitern gekündigt wurde – dazu wollte Kleemann keine Angaben machen. Nach WLZ-FZ-Informationen sind es allerdings26 Männer und Frauen aus verschiedenen Abteilungen, von Produktion bis Verwaltung.Diese Zahl hat die Geschäftsleitung allerdings weder bestätigt noch dementiert.

„Die Konzentration auf Kernprodukte ist ein wichtiger Schritt zur langfristigen Stärkung unserer Marktposition“, erklärte Kleemann. Betriebsratsvorsitzender Willi Naumann stieß ins gleiche Horn: „Wirwollen das Unternehmen fit machen für die Zukunft“, sagte er auf WLZ-FZ-Nachfrage. An den Entlassungen habe dabei kein Weg vorbeigeführt.Mit der Geschäftsleitung sei ein „guter Sozialplan“ ausgehandelt worden, betonteder Betriebsratschef. Für die Mitarbeiter sei das Beste rausgeholt worden, ist sich Naumann sicher.

Ende vorigen Jahres hatte der Betriebsrat noch zum Warnstreik aufgerufen, um den Forderungen der Gewerkschaft nach Lohnerhöhungen Nachdruck zu verleihen. Wäre inAnbetracht der Wirtschaftskrise nicht bereits bei den Tarifverhandlungen Lohnzurückhaltung angebracht gewesen? „Bei der Tarifrunde war noch nicht absehbar, dass die Krise unsso stark treffen wird“, antwortete Naumann. Außerdem seien die tariflichen Lohnerhöhungen nach dem Abschluss verschoben worden.Verlagerungen von Arbeit in Niedriglohnländer seien zwar schmerzhaft, erklärte Naumann – doch die Kündigungen seien unabdingbar gewesen. Über die Anzahl der Entlassungen wollte auch Naumann keine Angaben machen.

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