Heute ist der Welttag des Buches

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248 Bücher und Medien wurden am Mittwoch innerhalb von zwei Stunden zurückgegeben: Bettina Frickel aus Röddenau ist als Mitarbeiterin der Stadtbücherei Frankenberg dafür zuständig, dass alles wieder an seinen Ursprungsplatz zurückkommt. Foto: Lischper

Frankenberg. Heute ist der Welttag des Buches. Wir begleiten Bettina Frickel bei ihrer Arbeit in der Frankenberger Stadtbücherei.

Es ist 8.15 Uhr in der Frankenberger Stadtbücherei. Bettina Frickel nimmt den Wagen mit Büchern, der neben der Ausleihtheke steht, und schiebt ihn durch die Mitte des Raumes zu einer breiten Säule. Sie drückt ein Knöpfchen und eine Klappe öffnet sich. „Der Lastenaufzug bringt mir die Bücher nach oben“, sagt Frickel und hebt einen Stapel Sachbücher vom Wagen in einen Korb im Aufzug. Dann schließt sie die Klappe wieder und geht die steilen Treppen der Stadtbücherei in das obere Stockwerk.

Viele Regale mit Romanen und Sachbüchern für Erwachsene stehen dort. Sie holt die oben angekommenen Bücher aus dem Aufzug und sortiert sie auf einem anderen Wagen vor. Danach räumt sie diese in die Regale ein. Die Romane sind nach Alphabet geordnet, die Sachbücher nach einer eigenen Systematik.

„An einem guten Tag werden um die 500 Bücher ausgeliehen und die kommen dann nach vier Wochen auch wieder zurück.“ Bei 8000 aktiven Nutzern im Jahr komme einiges zusammen. Mit dem Aufräumen der am Vortag zurückgegebenen Bücher beginnt jeder Tag der Büchereimitarbeiterin Bettina Frickel. „Außer freitags, da ist nichts aufzuräumen, denn am Donnerstag ist die Bücherei geschlossen.“ Aber auch, wenn die Bücherei-Tür geschlossen ist, lauert dahinter einiges an Arbeit. Mahnungen schreiben, neue Bücher ins System eingeben und die Bücherregale sauberhalten.

Seit 31 Jahren ist die gelernte Stenotypistin bei der Stadt Frankenberg angestellt, seit zwölf Jahren betreut sie die Bücherei in der Stadt. „Ich habe eine Leidenschaft für Sortieren und Abheften. Da bin ich auch zu Hause penibel.“

Bettina Frickel nimmt einen neuen Stapel Bücher vom Wagen und geht zum Regal mit den Romanen. Die Lücken verraten ihr, was gestern ausgeliehen wurde. Sie rückt die Bücherreihe zusammen und ordnet die Bücher ein, der Stapel auf ihrem Arm nimmt langsam ab. „Ich kenne die Bücher genau. Die laufen ja seit vielen Jahren durch meine Hände.“ In Buchhandlungen kaufe sie nur noch manchmal, hier in der Bücherei gebe es ja alles.

Immer im Herbst, zur Buchmessezeit, kommen die Neuerscheinungen auf den Markt. Je nach verfügbaren Mitteln werden dann neue Bücher bestellt. „Wenn welche kommen, dann müssen auch welche gehen.“ Dafür sortiere sie regelmäßig nicht mehr brauchbare Bücher aus – für den Flohmarkt oder zum Verschenken.

Im oberen Stockwerk sind alle Bücher einsortiert. Jetzt geht es unten bei den Kinderbüchern weiter, die nicht nach Alphabet, sondern nach Alter und Interessenbereich geordnet sind.

„Unter Freestyle stehen die Bücher, die nicht einzuordnen sind“, erklärt Frickel und nennt als Beispiel das Sams von Erwin Grosche. Die Sortierbarkeit hat eben auch in der Stadtbücherei dann ein Ende.

Mehr zum Welttag des Buches, das Lesestart-Paket der Stadt Frankenberg für Kinder und die Lesepatin Ursula Ruppel aus Mohnhausen lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Anna Lischper

Quelle: HNA

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