Frankenberg

„Hexe Leckermaul soll wiederkommen!“

- Frankenberg (gru). Statt Mathe oder Deutsch stand am Mittwoch das Fach „Oper“ in der Wigand-Gerstenberg-Schule auf dem Stundenplan: Von den Schauspielern der Wiener Kinderoper "Papageno" lernten die Kinder etwas über klassische Musik. Aufgeführt wurde das Stück "Hänsel und Gretel". Dabei entpuppte sich die böse Hexe als wahrer Sympathieträger.

„Wer möchte in meinen Ofen steigen?“, fragt die Hexe Rosina Leckermaul die Kinder – und ist sichtlicht überrascht, wie viele Kinder ihrer Einladung folgen wollen. Andrea Olah, die die Hexe aus „Hänsel und Gretel“ spielt, ist zusammen mit ihren Kollegen von der Wiener Kinderoper nach Frankenberg gekommen, um den Schülern klassische Opernmusik näher zu bringen. „Hosenrolle“ Zu Beginn werden die Kinder von den Schauspielern spielerisch auf das Stück vorbereitet und ihr musikalisches Wissen wird auf die Probe gestellt. Carina Socha, die den Hänsel spielt, will von den Kindern wissen, ob ihnen ein Grund dafür einfällt, dass die Rolle des Hänsel von einer Frau gespielt wird. „Vielleicht, weil du besser Jungs spielen kannst?“, fragt eine Schülerin. Socha erklärt, dass eine Männerstimme für die Rolle des kleinen Hänsel viel zu tief wäre, weshalb nun sie diese sogenannte „Hosenrolle“ spielen würde – eine männliche Rolle mit weiblicher Besetzung. Hänsels Tonlage sei nämlich im Sopran, die des Vaters aber im Bass, also viel tiefer. Nachdem die wichtigsten Fragen geklärt sind, zum Beispiel die nach dem ungewohnten Akzent der österreichischen Schauspieler – „Wo kommst du her?“ –, beginnt das Opernstück „Hänsel und Gretel“. Dabei werden die Schulkinder an einigen Stellen eingebunden. Viele von ihnen hätten gerne mitgespielt, doch leider gibt es nur sieben Statistenrollen zu besetzen. Beim gemeinsamen Lied „Ein Männlein steht im Walde“ können aber alle Kinder mitmachen. Hexe mit Hexenschuss Abweichend von der bekannten Version des Märchens werden Hänsel und Gretel in der Opernversion nicht von ihren Eltern im Wald ausgesetzt, sondern gehen aus eigenen Stücken in den Wald, um Beeren für das Abendessen zu pflücken. Dort treffen sie auf die böse Hexe Leckermaul. Überraschenderweise stellt sich diese als großer Sympathieträger bei den Kindern heraus. Sie kann ohnehin aufgrund ihres Hexenschusses keines der Kinder in den Ofen stecken und macht nur ein Tänzchen mit einem kleinen Jungen. Am Ende des Stückes sind alle Kinder so begeistert, dass sie nach einer Zugabe verlangen. So stimmen alle gemeinsam nochmals „Ein Männlein steht im Walde“ an. Weil die beliebte Hexe zu diesem Zeitpunkt allerdings schon – sehr zum Missfallen der Mädchen und Jungen – im eigenen Ofen gelandet ist, fordert das junge Publikum, sie solle wiederkommen, um mitzusingen.

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