Haina

Hilfe bei ethischen Entscheidungen

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- Haina/Kloster (apa). Entscheidungen, die für andere Menschen getroffen werden müssen, sind nicht immer leicht. Vor allem dann nicht, wenn die Betroffenen krank sind.

Wie geht man damit um, wenn ein magersüchtiger Patient gegen seinen Willen zwangsernährt werden muss, um zu überleben? Was tun, wenn ein anderer Patient wieder und wieder wegen seiner Sucht eingeliefert wird und Ärzte und Pfleger davon ausgehen müssen, dass auch die nächste Therapie nur kurzen Erfolg hat? Bei solchen Fragen brauchen auch die Fachleute von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie manchmal Beratung oder Moderation. „Man ist damit konfrontiert, dass man einen Zwang auf jemanden ausübt“, sagt Stationsleiterin Marianne Spiel. „Das macht niemand von uns gern.“

Seit 2004 gibt es deshalb ein Ethik-Komitee an der Klinik, das bei ethischen Fragen beratend zur Seite steht. Die sechs Mitglieder, zu denen auch Marianne Spiel gehört, bringen verschiedene Professionen und Sichtweisen ein. Weitere Mitglieder des Gremiums sind die Stationsärzte Markus Netzer und Christel Holst, Sozialarbeiterin Martina Schäfer, die in der Aufnahmestation 10 arbeitet, der Klinikseelsorger Pfarrer Jörg Mosig und Patientenfürsprecher Konrad Seibel. Die Mitglieder setzen sich in konkreten Fällen zusammen und versuchen, verschiedene Lösungen zu finden, die sie den Betroffenen vorschlagen können. Oder sie übernehmen die Moderation einer Diskussion, wie im Fall des Suchtkranken, der immer wieder eingeliefert wurde.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 30. März

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