Frankenberg

Nur hilfsbedürftige Igel aufnehmen

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- Frankenberg (pk). Bleiben die Temperaturen über Nacht konstant im Minusbereich, fallen Igel in den Winterschlaf. Nur in Notfällen sollten die Tiere jetzt aufgenommen werden.

Ein Gewicht von etwa 600 Gramm muss sich ein Igel angefuttert haben, um den Winterschlaf zu überstehen. Nur wenn der stachelige Insektenfresser im November viel leichter ist, verletzt wurde oder krank ist, sollten Tierfreunde ihn aufnehmen, erklärt Ursula Zagar. Die Battenbergerin nimmt seit fünf Jahren Igel auf, die den Winter alleine wahrscheinlich nicht überleben würden.

„Wenn jemand einen solchen Igel findet, sollte er ihn in die Hände von jemandem geben, der sich damit auskennt“, rät Zagar. Zumindest sollte man sich aber vorher über artgerechte Pflege informieren und den Igel bei einem Tierarzt untersuchen lassen. Ganz wichtig seien eine Wurmkur, das Abtöten von Flöhen und das Entfernen von Zecken. Im Haus halten könne man einen Igel nicht. „Die Exkremente stinken“, erklärt Zagar. Sie hält die Igel in Boxen in ihren Garagen.

Der Naturschutzbund (NABU) hat die großen Holzkisten gebaut, in denen die geschwächten Tiere ein Quartier zur Überwinterung finden. Seit drei Wochen hat Ursula Zagar sechs Igel in Pflege. Platz für weitere acht habe sie noch. „Ich denke, es kommen noch mehr Igel, weil es jetzt kälter wird.“

Der leichteste Igel, der ihr in diesem Herbst gebracht wurde, brachte es gerade einmal auf 75 Gramm. Mittlerweile wiege er mehr als 300 Gramm – zu wenig, um den Winter zu überleben. Damit das kleine Leichtgewicht in den kommenden Wochen nicht in den Winterschlaf fällt, hält Zagar ihn noch in der wärmeren Garage. Haben die Tiere genug Fettpolster angefressen, kommen sie in die zweite Garage – dort ist es kühler. Nur wenn ein Igel viel zu leicht ist und es draußen sehr kalt wird, holt Zagar ihn in die Wohnung.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 19. November.

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