Über 50 Teilnehmer beim Waldbegang mit Forstbeamten am Battenberger Burgberg

Wo der Hirschkäfer lebt

Fachkundige Informationen: Die Pflanze „Kleines Immergrün“ zeigte Frank Röbert den Rundgang-Teilnehmern am Burggraben der Kellerburg und verwies damit auf eine Spur, die auf eine frühere Besiedlung schließen lässt. Röbert gab auf dem Rundgang auch interessante Informationen über die Geologie des Burgbergs. Foto: Bienhaus

Battenberg. Überraschend groß war das Interesse am ersten Waldbegang durch den Battenberger Burgberg. Über 50 Teilnehmer gab es am Samstagnachmittag beim Rundgang mit Revierförster Jochen Hörder und Frank Röbert von Hessen-Forst in Frankenberg. Auf dem Spaziergang durch den 27,8 Hektar große Herbstwald informierten die Forstleute über die „forstliche Sichtweise“ für den Burgberg. Dabei gab es viele Informationen über die Natur des Berges, der auch ein Naherholungsgebiet ist.

Der Battenberger Burgberg gehört zum hessischen Staatswald, erklärte Revierförster Hörder. In der Höhenlage zwischen 300 bis 440 Meter zählt der Burgberg zum nordhessischen Schiefergebirge. In diesem mäßig trockenem Mischwald-Gebiet wird keine Forstwirtschaft betrieben. Die Forstleute stellen kaum Wachstum fest. Der über hundertjährige Baumbestand mit Buchen, Eichen, Lärchen und Fichten dient vorwiegend dem Bodenschutz.

Eine besondere Bedeutung hat der Burgberg für den Naturschutz. Weil hier der Hirschkäfer, der auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere steht, noch sehr häufig vorkommt, wurde der Burgberg in das FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) aufgenommen. Der Hirschkäfer findet im alten Eichenwald-Biotop des Burgbergs gute Lebensbedingungen.

Die große Waldbegang-Gruppe startete beim Chrischona-Kindergarten zum Rundgang. Der Weg führte durch den herbstlich bunt gefärbten Wald in Richtung Herrenacker, vorbei am dunklen Kämmerchen, hinauf zum Tempelchen und zur Kellerburg. Unterwegs informierten Hörder und Röbert über die Wald-Stichproben mit Feststellen der Baumarten, Baumstärken und Verwertung. Abgestorbene Bäume an Waldwegen werden beseitigt, um die Verkehrssicherung zu gewährleisten. Interessante Informationen über die heimische Geologie gab es an mehreren Stellen, an denen die Gesteinsschichten deutlich erkennbar waren.

Das „Kleine Immergrün“ als Kulturfolger zeigte Frank Röbert den Spaziergängern im Bereich des alten Burggrabens. Diese Pflanze sei ein Zeichen für eine ehemals bewohnte Siedlung. Röbert informierte auch, dass die Burgbergruine eine Liegenschaft der Landes-Forstverwaltung ist und vor zehn Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 100 000 DM grundlegend saniert wurde.

Die Kellerburg ist ein beliebtes Ziel vieler Spaziergänger und ein hoch gelegener Aussichtspunkt mit sehr gutem Rundblick auf Kellerwald, Marburger Land, Ederbergland, Rothaargebirge und Edertal.

Von Peter Bienhaus

Quelle: HNA

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