HNA-Volontär Jan Eisenberg half beim Füttern der Tiere im Wildpark Frankenberg

Zutraulich: Der Sikahirsch frisst Jan Eisenberg das Futter sogar aus der Hand.

Frankenberg. Vorsichtig streiche ich dem Keiler mit dem Besen über das borstige Fell. Das stattliche Wildschwein lässt sich zur Seite fallen und bleibt regungslos liegen. Ohne einen Laut von sich zu geben, genießt das Tier die Streicheleinheiten sichtlich. Wellnesprogramm auf Wildschwein-Art.

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Eine Stunde vorher am Eingang des Frankenberger Wildparks: Ausgestattet mit Gummistiefeln trete ich meinen Dienst an. Heute begleite ich Wildparkbetreuer Karl Jäger bei seiner täglichen Fütterungsrunde. 100 Tiere wollen satt werden. Wo ich mit dem 65-Jährigen auch hinkomme, werden wir schon erwartet. Von den Ziegen und Kamerunschafen etwa, denen wir duftendes Heu bringen.

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Für den Rest der Runde nehmen wir den Traktor. Karl Jäger schwingt sich auf den Fahrersitz des betagten Deutz, ich kupple den kleinen Anhänger an. Dann hacke ich mit einem Spaten Rüben in mundgerechte Stücke. „Zuckerrüben“, erklärt mir Jäger. Ich pule mit dem Fingernagel etwas von dem weißen Mark ab und stecke es in den Mund. Tatsächlich: süß. Auch einige Dickwurzeln für die Wildschweine laden wir auf.

Mit knatterndem Motor zuckeln wir den steilen Weg bergauf. An den Hängen links und rechts tauchen die ersten Hirsche auf. Bei einem Rotwild-Rudel halten wir. Mit der Schippe werfe ich den Tieren einige Stücke der zerkleinerten Rüben zu. Krack, krack - klingt es zu uns herüber. „Hörst du das? Gute Zähne!“, scherzt mein Begleiter. Der Rothirsch mit dem stattlichen Geweih kaut etwas lustlos. „Die Stücke sind ihm zu groß.“ Ich beginne, an meinen Qualitäten als Rübenzerkleinerer zu zweifeln, da beruhigt Karl Jäger mich: „Die Tiere sollen sich ja ruhig etwas anstrengen.“

Quelle: HNA

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