Frank Seumer ist seit 25 Jahren freier Mitarbeiter der FZ

Hobby mit Außenwirkung

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Frank Seumer mit seiner Kamera: So kennen ihn unzählige Menschen im Frankenberger Land. Seit 25 Jahren ist er freier Mitarbeiter der FZ und schreibt über Naturschutz, Landwirtschaft, Karneval, Kommunalpolitik und Vereinsleben. Sein erster offizieller Termin war die Freisprechung der Schreiner im Jahr 1990. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Jeden einzelnen seiner Artikel hat Frank Seumer ausgeschnitten und abgeheftet: Berichte über Karnevalsfeiern, Dorffeste, Jahreshauptversammlungen, Naturschutzprojekte und Parlamentssitzungen füllen mehr als 20 Ordner. Vor 25 Jahren ist der erste Text mit seinem Kürzel (sr) in der Frankenberger Zeitung erschienen.

Viele Leute wissen nicht, dass Frank Seumer eigentlich Finanzbeamter ist: Von montags bis freitags prüft er landwirtschaftliche Betriebe. Unzählige Menschen kennen ihn, weil er mit Block, Stift und Kamera nach Feierabend und an den Wochenenden für die FZ im Einsatz ist.

Angefangen hat alles im Jahr 1989 mit der Frankenberger Naturschutzjugend, die Frank Seumer mitgegründet hat. Damals reichte er ab und zu Texte und Fotos über die Arbeit der Naju ein und lernte bei Terminen sowohl den damaligen Redaktionsleiter Horst Giebel als auch die Redakteurinnen Conny Höhne und Christiane Deuse kennen.

Irgendwann kam die Idee auf, dass er auch andere Termine für die FZ übernehmen könnte - und so bekam er sein Kürzel (sr) und wurde fortan gezielt zu Veranstaltungen geschickt. „Durch die Arbeit für die Zeitung hat man sich auch Themen geöffnet, für die ich privat früher kein Interesse hatte“, sagt der Frankenberger. Und so lernte er vor allem Laientheater, Chorkonzerte und die heimischen Landjugenden zu schätzen. Seumer sagt über sich selbst, dass er nicht singen kann, ein Tänzer sei er auch nicht. Doch dank seiner Arbeit für die FZ war er bereits mehrfach bei den Europeade-Tanzfestivals dabei und ist ein Fan von Chormusik geworden - vor allem des Birken­bringhäuser Chors „Happiness“. Und obwohl er selbst kein „Jeck“ sei, berichtet er seit Jahren mit Begeisterung vom Karneval: „Das ist bunt, kreativ und fotogen.“

Als seinen „journalistischen Freischwimmer“ bezeichnet Frank Seumer die 800-Jahr-Feier 1996 in Geismar: Damals begleitete er das ganze Fest inklusive der Vorbereitung und steuerte Artikel für die Sonderbeilage bei.

Der Frankenberger ist aufgrund seiner eigenen ehrenamtlichen Arbeit, vor allem im Naturschutz, nicht immer leicht zu erreichen. Das liegt allerdings auch daran, dass er eine Eigenheit bewusst beibehalten hat, die schon manchen Redakteur bei der Planung der Termine am Wochenende frustriert hat: Er weigert sich standhaft, ein Handy zu benutzen. „Ich will unterwegs keine Hektik. Wenn ich mit Menschen unterwegs bin, im Auto oder im Supermarkt, will ich nicht angerufen werden.“ Außerdem bestehe die Gefahr, dass er ständig das Bedürfnis verspüre, Mails zu beantworten und alle zehn Minuten auf das Gerät zu schauen. Die Tatsache, dass er kein Handy hat, ist allerdings das einzige, was in der FZ-Redaktion für Unmut sorgt. Abgesehen davon ist Frank Seumer bei allen Redakteuren sehr geschätzt: Denn er liefert seine Texte nicht nur zuverlässig und schnell, sondern auch auf einem druckreifen Niveau.

In den vergangenen 25 Jahren, nach unzähligen Texten und Fotos, hat sich eines nicht verändert: Noch immer ist er montagmorgens gespannt, was die Redaktion aus seinen E-Mails gemacht hat, welche Bilder sie ausgewählt und ob sie seine Texte verändert hat. „Manchmal gehe ich noch im Schlafanzug an den Kasten, weil ich es nicht abwarten kann“, erzählt er lachend.

(Von Andrea Pauly)

Den ganzen Text lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der FZ am Freitag, 26. Juni.

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